Meta sperrt Playboy Deutschland – Verlag klagt gegen Zensurvorwürfe
Meta hat die offizielle Facebook-Seite von Playboy Deutschland dauerhaft gesperrt und dabei auf Verstöße gegen seine Richtlinien für erwachsenenorientierte Inhalte verwiesen. Der Verlag Kouneli Media hat nun rechtliche Schritte eingeleitet, um die Entscheidung anzufechten. Unterstützung erhält der Fall von Medienverbänden, die sich Sorgen über die weiteren Auswirkungen auf die Pressefreiheit machen.
Die Sperrung erfolgte nach einer Behauptung Metas, wonach die Playboy-Seite gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen habe. Diese Regeln umfassen "sexuell suggestiven Kontakt zwischen Erwachsenen" sowie "Nacktheit und sexuelle Aktivitäten". Das Unternehmen hat jedoch nicht konkretisiert, welche Beiträge die Maßnahme ausgelöst haben.
Kouneli Media versuchte zunächst, die Angelegenheit im direkten Gespräch mit Meta zu klären. Da wiederholte Anfragen nach Aufklärung unbeantwortet blieben, griff der Verlag zu juristischen Mitteln. Eine Münchner Kanzlei wurde beauftragt, eine einstweilige Verfügung gegen die Plattform zu erwirken.
Der Verband Freie Presse (MVFP) hat die Klage öffentlich unterstützt. Er argumentiert, dass Metas Vorgehen ein bedenkliches Präzedenzfall für den Umgang von Social-Media-Plattformen mit journalistischen Inhalten schaffen könnte. Die deutsche Bundesnetzagentur, die für die digitale Regulierung zuständig ist, hat sich bisher weder zu der Beschwerde geäußert noch mögliche nächste Schritte skizziert.
Der Fall liegt nun bei den deutschen Gerichten, wo Kouneli Media auf die Wiederherstellung der Seite drängen wird. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte das Urteil Einfluss darauf haben, wie Meta seine Inhaltsrichtlinien gegenüber Medienorganisationen durchsetzt. Vorerst bleibt die Facebook-Präsenz von Playboy Deutschland offline – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.






