04 March 2026, 14:30

"Miss Germany" 2024: Warum zwei Kopftuch tragende Finalistinnen die Debatte verändern

Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayrischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2024: Warum zwei Kopftuch tragende Finalistinnen die Debatte verändern

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany"

Nach einem Auswahlverfahren mit über 2.600 Bewerberinnen steht das Finale bevor: Neun Frauen werden auf der Bühne um den Titel kämpfen – darunter eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr. Besonders im Fokus stehen zwei Finalistinnen, die mit dem klassischen deutschen Schönheitsideal brechen: Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, die beide ein Kopftuch tragen.

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Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und setzt sich mit künstlicher Intelligenz für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems ein. Die Veranstalter haben den Wettbewerb in diesem Jahr neu ausgerichtet: Statt eines klassischen Schönheitswettbewerbs suchen sie Frauen, die als zukünftige Führungspersönlichkeiten und Vorbilder wirken können.

Zwei der neun Finalistinnen bringen wissenschaftliche und militärische Expertise mit: Die Biologin Amelie Reigl züchtet im Labor menschliche Haut, um Tierversuche zu reduzieren. Aileen Tina Hufschmidt, Pressesprecherin der Bundeswehr, war in Irak und Litauen im Einsatz. Ihre Hintergründe spiegeln das neue Leitbild des Wettbewerbs wider, der Leistungen über das Äußere stellt.

Sayed, Gründerin eines Modelabels, und Ben Bouzid, die Frauen geführte Marken unterstützt, haben sich in ihren Kategorien für das Finale qualifiziert. Trotz ihres Erfolgs sahen sie sich rassistischen und sexistischen Angriffen ausgesetzt – Kritiker zweifeln an, ob sie deutsche Frauen repräsentieren können, wegen ihrer Religion und ihres Aussehens. Die meisten abwertenden Kommentare stammen von Männern.

Beide Frauen betonen selbstbewusst ihre deutsche Identität. Sayed begegnet Klischees mit Humor, während Ben Bouzid gemeinsame Werte in den Vordergrund stellt. Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, anderen den Weg zu ebnen, und lassen sich von der Kritik nicht einschüchtern.

Das Finale präsentiert eine vielfältige Gruppe von Finalistinnen – von Wissenschaftlerinnen bis zu Militärangehörigen. Allein die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid hat bereits Debatten über Repräsentation und Zugehörigkeit ausgelöst. Die Siegerin wird in einem Wettbewerb gekürt, der heute Führungskraft und gesellschaftliches Engagement genauso wertschätzt wie klassische Schönheitsideale.