Münchens erster grüner Oberbürgermeister Dominik Krause bricht mit Traditionen
Philipp KochMünchens erster grüner Oberbürgermeister Dominik Krause bricht mit Traditionen
Dominik Krause ist nach seinem Sieg in der Stichwahl Anfang März 2023 Münchens erster Oberbürgermeister der Grünen geworden. Der 35-Jährige setzte sich gegen den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter durch und markiert damit einen politischen Richtungswechsel in der Stadt. Sein Wahlkampf konzentrierte sich auf Wohnungsbau, Klimaschutz und Radverkehrsinfrastruktur – Themen, die die Wähler besonders bewegten.
Erstmals auf sich aufmerksam wurde Krause als stellvertretender Bürgermeister, wo er das Oktoberfest einst als die "größte Freiluft-Drogenparty der Welt" bezeichnete. Trotz dieser Aussage wird er nun gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das erste Fass beim Oktoberfest 2023 anstechen.
Sein Sieg folgte auf ein starkes Abschneiden in der ersten Wahlrunde, während Reiters Kampagne durch Kritik an nicht offengelegten Posten im Aufsichtsrat des FC Bayern München geschwächt wurde. Krause verzichtete auf Angriffe gegen seinen Vorgänger und setzte stattdessen auf Lösungen für die Münchner Wohnungsnot. Er versprach, 50.000 neue Wohnungen zu bauen – ein zentrales Wahlversprechen, das bei den Wählern ankam.
Offen schwul, übernahm Krause während des Wahlkampfs den Spitznamen "BürGAYmeister" und unterstrich damit seine progressive Haltung. Zwar ist er nicht der jüngste Oberbürgermeister in der Geschichte Münchens – Hans-Jochen Vogel war bei seiner Wahl 1960 ein Jahr jünger –, doch sein Sieg leitet eine neue Ära für die Stadt ein. Nach der Wahl plante er, die Osterfeiertage in Südtirol zu verbringen, um vor Amtsantritt abzuschalten.
Mit Krauses Wahl übernimmt erstmals ein grüner Oberbürgermeister die Führung in München. Seine Schwerpunkte – bezahlbarer Wohnraum, Klimaschutz und Radverkehr – werden künftig die Stadtpolitik prägen. Der Wechsel folgt auf Jahre der SPD-Regentschaft unter Dieter Reiter.






