Münchens Mega-Projekt: Zweite S-Bahn-Stammstrecke bringt jahrelange Einschränkungen für Pendler
Finn HerrmannBahn errichtet Zwischengebäude am Münchner Hauptbahnhof - Münchens Mega-Projekt: Zweite S-Bahn-Stammstrecke bringt jahrelange Einschränkungen für Pendler
München bereitet sich auf eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands vor: die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Das gigantische Vorhaben mit Kosten von 11 Milliarden Euro soll nun spätestens bis 2037 fertiggestellt werden. Tief unter der Erde gelegene Stationen am Münchner Hauptbahnhof und am Marienhof werden mehr als 40 Meter unter der Oberfläche liegen und damit einen neuen Rekord für das Land aufstellen.
Ziel des Projekts ist es, die Überlastung des städtischen Schienennetzes zu verringern, indem eine zweite Hauptstrecke durch das Zentrum entsteht.
Ab 2024 nehmen die Bauarbeiten Fahrt auf – mit einem 20 Millionen Euro teuren Zwischenbau am Münchner Hauptbahnhof. Das fünfstöckige Provisorium, das bis Mitte 2027 fertiggestellt werden soll, wird während der Bauphase wichtige Dienstleistungen beherbergen. Zudem wird der nördliche Flügel des Starnberger Flügelbahnhofs abgerissen, um Platz für die neue Trasse zu schaffen.
Ab September setzt die erste Tunnelbohrmaschine ihre Arbeit auf: Sie fräst einen Erkundungs- und Rettungstunnel zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof. Gleichzeitig wird die bestehende Baugrube am westlichen Ausgang des Bahnhofs erweitert, um die Fundamente für die künftige U9-U-Bahn-Linie zu errichten.
Der Bau der neuen U9-Stationen, die Teil des S-Bahn-Projekts sind, läuft von 2025 bis 2030. In dieser Zeit müssen die U4- und U5-Linien mit massiven Einschränkungen rechnen. Abschnitte wie Sendlingtorplatz bis Innsbrucker Ring werden ab Herbst 2025 komplett gesperrt; Ersatzbusse und Pendelzüge springen ein. Pendler müssen sich jahrelang auf lange Umwege und reduzierte Kapazitäten einstellen.
Die neue S-Bahn-Stammstrecke wird langfristig die überlasteten Schienenverbindungen Münchens entlasten. Doch bis 2037 müssen Fahrgäste jahrelange Sperrungen, Umleitungen und provisorische Verkehrslösungen in Kauf nehmen. Mit den tief gelegenen Stationen und erweiterten Tunneln wird das Projekt das Verkehrssystem der Stadt nachhaltig prägen – sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind.