Münchens neue Kampagne Sichere Fahrten soll ÖPNV-Sicherheit stärken – doch reicht das?
Philipp Koch"Safe on the go" im Zug - Videos dienen der Information - Münchens neue Kampagne Sichere Fahrten soll ÖPNV-Sicherheit stärken – doch reicht das?
München startet Kampagne Sichere Fahrten für mehr Sicherheit im ÖPNV
München hat eine neue Initiative mit dem Namen Sichere Fahrten ins Leben gerufen, um wachsende Sicherheitsbedenken im öffentlichen Nahverkehr zu bekämpfen. Die Kampagne folgt auf Berichte über zunehmende Aggressionen und Belästigungen, von denen besonders junge Frauen betroffen sind. Behörden, darunter die lokale Polizei und Verkehrsbetriebe, arbeiten nun eng zusammen, um die Sicherheit der Fahrgäste zu verbessern.
Im Rahmen der Kampagne werden in U-Bahnen und S-Bahnen Aufklärungsvideos gezeigt, die den Fahrgästen verraten, wie sie sich in Not- oder Bedrohungssituationen verhalten sollen. Trotz dieser Maßnahmen kritisierte Theresa Baum vom Münchner Stadtjugendring, dass die Videos die am stärksten gefährdeten Gruppen nicht deutlich genug ansprechen. Eine Studie des Jugendrings aus dem Jahr 2025 ergab, dass sich nur 26 Prozent der jungen Frauen nach Einbruch der Dunkelheit an Haltestellen sicher fühlen.
Aktuell überwachen über 15.000 Kameras Bahnhöfe und Züge, während Notrufmelder entlang der Bahnsteige installiert sind. Die Münchner Polizei reagiert auf dringende Vorfälle im Schnitt innerhalb von vier Minuten. Dennoch zeigen Kriminalstatistiken, dass U-Bahnen und S-Bahnen nicht grundlegend gefährlicher sind als andere Bereiche der Stadt.
Ingo Wortmann, Vorstandsvorsitzender der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), wies auf eine besorgniserregende Zunahme von Respektlosigkeit und Aggression unter Fahrgästen hin. An der Kampagne sind die Deutsche Bahn, die MVG und die örtlichen Strafverfolgungsbehörden beteiligt, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Die Initiative Sichere Fahrten zielt darauf ab, durch bessere Aufklärung und Sicherheitsvorkehrungen das Vertrauen der Fahrgäste zu stärken. Da fast ein Drittel der jungen Frauen von sexueller Belästigung im ÖPNV berichtet, wird die Wirksamkeit der Kampagne mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin und erweitern gleichzeitig die Sicherheitsmaßnahmen im gesamten Netz.