Nach 48 Jahren: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug zurück – und spendet
Philipp KochNach 48 Jahren: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug zurück – und spendet
Ein englischsprachiger Tourist hat fast 50 Jahre nach dem "Entleihen" einen Bierkrug an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben. Der langjährige Fan des berühmten Bierpalasts schickte 20 Euro, um die Kosten für den damals mitgenommenen Krug zu decken. Das Geld fließt nun in ein lokales Hilfsprojekt für bedürftige Kinder.
Der Vorfall ereignete sich 1976, als der Besucher den Krug nach einer feuchtfröhlichen Nacht mitnahm. Am nächsten Morgen fand er ihn in seinem Hotelzimmer – und behielt ihn jahrzehntelang. Schließlich beschloss er, Wiedergutmachung zu leisten, und sandte den Betrag an das Hofbräuhaus.
Laut Angaben des Traditionsbetriebs kommen solche Rückgaben gelegentlich vor: Drei- bis viermal jährlich erreichen die Wirtsleute Briefe mit Geld oder zurückgeschickten Krügen. 2020 gab sogar eine Amerikanerin einen 55 Jahre zuvor im benachbarten Platzl-Biergarten entwendeten Krug zurück.
Obwohl das Hofbräuhaus keine Statistik über verschwundene Krüge führt, deuten Schätzungen darauf hin, dass jährlich Tausende im Rahmen des Amnestieprogramms zurückkehren. Die meisten stammen aus Deutschland, den USA und Australien. Da beschädigte oder fehlende Krüge zügig ersetzt werden, bleibt die genaue Zahl unklar.
Die 20 Euro entsprechen dem aktuellen Verkaufspreis eines vergleichbaren Kruges, der im Online-Shop des Hofbräuhauses für 19,95 Euro angeboten wird. Statt das Geld einzubehalten, spendet die Gaststätte es an die Initiative Bunte Münchner Kindl, die Schulmaterial und Rucksäcke für benachteiligte Münchner Kinder bereitstellt.
Die Rückkehr des Kruges und die Spende stehen in einer langen Tradition von Gästen, die alte Schuld begleichen. Die Unterstützung kommt direkt dem Bunte Münchner Kindl-Projekt zugute. Für das Hofbräuhaus bleiben solche Gesten ein kleiner, aber bedeutungsvoller Teil seiner Geschichte.