Neue Einträge im deutschen Kulturerbe: Von Schaustellern bis zur Herrenmode
Philipp KochNeue Einträge im deutschen Kulturerbe: Von Schaustellern bis zur Herrenmode
Deutschland hat seine Liste des immateriellen Kulturerbes um neue Einträge erweitert, die von Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer und der Deutschen UNESCO-Kommission bekannt gegeben wurden. Zu den neuesten Aufnahmen zählen Schaustellertraditionen, Fischereimethoden der Ostsee und das Handwerk der Herrenschneiderei. Doch nicht jede kulturelle Praxis fand Aufnahme – einige bekannte Bräuche blieben außen vor.
Die Kultusministerkonferenz erkannte die deutsche Schaustellerkultur offiziell als Teil des immateriellen Erbes des Landes an. Ein skurriler historischer Aushang, der mit der Aufschrift "Junger Mann für Reisen" wirbt, ist zum Symbol dieser Tradition geworden. Daneben wurden auch ostseeische Fischfangtechniken, Straßenfußball auf dem Bolzplatz sowie die Laternenumzüge zum Martinstag im Rheinland in die Liste aufgenommen.
Auch das handwerkliche Schneiderhandwerk für Herrenmode fand Aufnahme. Beliebte Bräuche wie die SPD-Sommerfest-Bratwurst erhielten hingegen keine staatliche Anerkennung. Weimers Entscheidungen werfen Fragen auf, insbesondere nachdem er die Döner-Kultur und unabhängige linksalternative Buchhandlungen von der Anerkennung ausgeschlossen hatte.
Erst kürzlich geriet Weimer in die Kritik, nachdem er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds strich. Der Schritt löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus.
Die aktualisierte Liste vereint nun traditionelles Handwerk, regionale Feste und Arbeiterkultur. Doch der Auswahlprozess hat einige kulturelle Praktiken unberücksichtigt gelassen, während politische Streitigkeiten über die Finanzierung anhalten. Die Entscheidungen spiegeln die anhaltenden Debatten wider, was als schützenswertes Erbe Deutschlands gilt.






