22 April 2026, 22:02

Neues Tool hilft Landwirten bei der Auswahl optimaler Kulturen für Agri-Photovoltaik

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen auf einem Feld, umgeben von B├Ąumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer n├Ąhergelegenen Eisenbahntrasse.

Neues Tool hilft Landwirten bei der Auswahl optimaler Kulturen für Agri-Photovoltaik

Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirten bei der Auswahl der besten Kulturen für die Agri-Photovoltaik helfen soll. Bei dieser Methode werden auf derselben Fläche gleichzeitig Solarstrom erzeugt und Landwirtschaft betrieben. Die in der Fachzeitschrift Solar Compass veröffentlichten Ergebnisse zielen darauf ab, den Anbau unter Solarmodulen effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Das Team erstellte eine Entscheidungsmatrix, die zwölf wichtige Nutzpflanzenarten bewertet. Dabei wird analysiert, wie jede Pflanze auf Beschattung, Mikroklima-Veränderungen und Wachstumsmuster reagiert. Für die Empfehlungen wertete die Studie 117 Forschungsarbeiten aus 25 Ländern aus.

Im Mittelpunkt der Bewertung stehen Wasserbedarf, Schattenverträglichkeit und Platzanforderungen. Die Matrix nutzt zudem Daten zur globalen horizontalen Sonneneinstrahlung (GHI), um Kulturen mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen abzustimmen. So können Landwirte passende Pflanzen entsprechend den lokalen Solarressourcen auswählen.

Einige Kulturen gedeihen unter Solarmodulen besser als andere. Kräuter, Gräser und Hülsenfrüchte wachsen in wasserarmen und ariden Regionen besonders gut, wenn sie in Agri-Photovoltaik-Systemen angebaut werden. Beeren, Obstbäume und Gemüse profitieren ebenfalls vom Mikroklima unter den Modulen und erzielen oft höhere wirtschaftliche Erträge pro Fläche.

Dagegen benötigen Getreide, Faserpflanzen und Ölsaaten mehr Platz und kommen in stark beschatteten Bereichen weniger gut zurecht. Diese Kulturen eignen sich daher weniger für großflächige Agri-Photovoltaik-Projekte. Die Forscher gehen davon aus, dass kleinere landwirtschaftliche Gemeinschaften und dezentrale Erneuerbare-Energien-Projekte am meisten von diesem Ansatz profitieren könnten.

Die Studie bietet ein praxisnahes Rahmenwerk für die Kulturauswahl in der Agri-Photovoltaik und unterstützt so eine nachhaltige ländliche Entwicklung. Künftige Aktualisierungen könnten die Matrix durch reale Fallstudien, Felddaten und Rückmeldungen von Landwirten verfeinern. Dadurch ließe sich ihre Genauigkeit und Nützlichkeit für die landwirtschaftliche Planung weiter steigern.

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