Neuverhandlung nach tödlichem Tritt im Münchner Botanischen Garten
Finn HerrmannRichters Bemerkung löst neuen Anfang im Münchner Mordprozess aus - Neuverhandlung nach tödlichem Tritt im Münchner Botanischen Garten
Ein tödlicher Streit im Alten Botanischen Garten Münchens wird derzeit vor dem Landgericht München I neu verhandelt. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Tod eines 57-jährigen Mannes, der angeblich durch einen einzigen Tritt gegen den Kopf getötet wurde, nachdem er eine Gruppe von Männern um Tabak gebeten hatte.
Der Vorfall begann, als das Opfer sich an den Angeklagten und dessen Begleiter wandte und um Tabak bat. Es kam zum Streit, woraufhin das Opfer die Gruppe filmte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, daraufhin gezielt gegen das Gesicht des Opfers zu treten, was zu tödlichen Verletzungen führte.
Ein früherer Prozess war gescheitert, nachdem Zweifel an der Unparteilichkeit des Richters aufgekommen waren. Während der Verhandlung hatte der Richter eine umstrittene Bemerkung gemacht, indem er die Aussage eines somalischen Zeugen mit Dummheit verglich und dabei eine Äußerung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aufgriff. Das Landgericht München I entschied später, dass diese Aussage den Eindruck von Vorurteilen aufgrund der Herkunft erwecken könnte.
Der Fall wurde inzwischen einer anderen Richterin bzw. einem anderen Richter zur Neuverhandlung zugewiesen.
Im erneuten Verfahren wird die Umstände des tödlichen Tritts sowie die vorherigen Ereignisse untersucht. Die Entscheidung des Gerichts wird darüber bestimmen, ob der Angeklagte wegen der Tötung verurteilt wird. Weitere Details zur ursprünglichen Äußerung des Richters oder deren weiteren Auswirkungen wurden nicht bekannt gegeben.