Oberasbachs Finanzwende: Vom Defizit zum Überschuss – doch wie geht es weiter?
Elias FrankeOberasbachs Finanzwende: Vom Defizit zum Überschuss – doch wie geht es weiter?
Oberasbachs Finanzlage hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt: Von einem Defizit von fünf Millionen Euro hin zu einem Überschuss von zwei Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen haben steigende Gewerbesteuereinnahmen, die von jährlich zwölf auf 18 Millionen Euro kletterten. Dennoch bleiben hohe Infrastruktur- und Sozialkosten eine Herausforderung. Nun haben zwei lokale Politiker, Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler), ihre Pläne vorgelegt, um die Zukunft der Stadt zu sichern.
In den letzten fünf Jahren verzeichnete Oberasbach deutliche finanzielle Fortschritte. Neue Logistikzentren und ansässige Unternehmen trieben die Steuereinnahmen in die Höhe, während gleichzeitig Ausgaben für Kanäle, Straßen und soziale Dienstleistungen – darunter ein 15-prozentiger Anstieg der Personalkosten – den Haushalt belasteten. Trotz dieser Belastungen gelang es der Stadt, bis 2025 das Defizit in einen Überschuss umzuwandeln.
Marco Haas schlägt einen strukturierten Ansatz vor, um die Finanzen langfristig zu stabilisieren. Sein Plan umfasst eine verbindliche Haushaltskonsolidierung mit klaren Meilensteinen. Investitionen sollen gezielt gesteuert werden, mit Fokus auf unverzichtbare Tiefbau- und Infrastrukturprojekte, die wirtschaftlich sinnvoll sind. Um Einnahmen zu generieren, ohne die Kontrolle zu verlieren, plädiert er dafür, städtische Flächen über die eigene Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zu entwickeln. Zudem will Haas die Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Gremien stärken und durch digitale Reformen in der Verwaltung die langfristigen Ausgaben senken. Seine Vision: Oberasbach soll eine Stadt für alle Altersgruppen werden – mit starken Schulen, moderner Infrastruktur und gepflegten öffentlichen Räumen.
Thomas Diebenbusch teilt zwar einige Ziele, setzt jedoch andere Schwerpunkte. Er pocht auf eine strikte Einhaltung des bestehenden Konsolidierungskonzepts, um die gesetzlichen Verpflichtungen Oberasbachs erfüllen zu können. Bei Bauvorhaben fordert er ein professionelles Projektmanagement durch Generalunternehmer, um Kostenexplosionen zu vermeiden und die verfügbaren Mittel optimal zu nutzen. Im Gegensatz zu Haas lehnt Diebenbusch einen vollständigen Verkauf städtischer Flächen an die Wohnungsbaugenossenschaft ab – angesichts der aktuellen Finanzlage hält er dies für unrealistisch. Stattdessen priorisiert er dringende Maßnahmen: den Ausbau der Ganztagsschulangebote, die Modernisierung der technischen Infrastruktur, die Behebung von Engpässen bei Schulen und Kitas sowie die Erarbeitung eines langfristigen Schulentwicklungsplans. Auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit steht auf seiner Agenda.
Beide Politiker sind sich zwar in der Notwendigkeit finanzieller Disziplin einig, doch ihre Wege dorthin unterscheiden sich. Während Haas auf strategische Flächennutzung, digitale Reformen und kommunale Partnerschaften setzt, um Wachstum und Ausgaben in Balance zu halten, legt Diebenbusch den Fokus auf strenge Haushaltskontrollen, professionelle Bauüberwachung und Sofortmaßnahmen für Schulen und Infrastruktur. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie Oberasbach seine Ressourcen bewirtschaftet – ohne dabei die Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen.






