21 February 2026, 16:03

Ökonomin Grimm schlägt dänisches Flexicurity-Modell für deutschen Arbeitsmarkt vor

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigtenzahlen in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bietet.

Ökonomin Grimm schlägt dänisches Flexicurity-Modell für deutschen Arbeitsmarkt vor

Die Ökonomin Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat Reformvorschläge für die deutschen Kündigungsschutzgesetze vorgelegt. Ihr Plan orientiert sich am dänischen Flexicurity-Modell, das flexible Einstellungsregeln mit einem starken sozialen Sicherungssystem verbindet. Die Idee stößt jedoch bereits auf Widerstand bei politischen Parteien und Arbeitnehmervertretern.

Grimm plädiert dafür, den Kündigungsschutz zu lockern, um die wirtschaftliche Flexibilität zu erhöhen. Als Vorbild führt sie Dänemark an, wo ähnliche Reformen seit 2006 die Arbeitslosigkeit von etwa sechs auf vier bis fünf Prozent im Jahr 2025 senkten. Das dänische System förderte zudem einen höheren Arbeitsplatzwechsel, verkürzte die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld, um eine schnelle Wiederbeschäftigung zu begünstigen, und trug so zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum bei.

Allerdings warnt Grimm davor, dass eine Lockerung des Kündigungsschutzes allein nach hinten losgehen könnte. Ohne ausreichende Absicherung drohten Arbeitnehmern größere Unsicherheiten, was die angestrebten wirtschaftlichen Vorteile zunichtemachen würde. Sie schlägt vor, die flexibleren Regeln mit stärkeren Arbeitslosenleistungen, einem Ausbau der beruflichen Weiterbildung und beschleunigten Vermittlungsdiensten zu kombinieren.

Kritiker haben bereits reagiert. Die Linke und die Grünen lehnen jede Schwächung des Kündigungsschutzes ab und betonen die Bedeutung von Arbeitsplatzsicherheit. Grimm wies zudem einen separaten Vorschlag des Ökonomen Moritz Schularick zurück, der eine Lockerung der Regeln nur für Spitzenverdiener ins Spiel gebracht hatte. Sie argumentierte, dass Kündigungsschutzgesetze nicht als Umverteilungsinstrument dienen sollten und die eigentliche Verwundbarkeit von Arbeitnehmern damit nicht behoben werde.

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Die Debatte zeigt, wie tief die Gräben bei der Reform des Arbeitsmarktes sind. Das dänische Modell beweist, dass Flexibilität und Sicherheit Hand in Hand gehen können – doch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sind andere. Jede Änderung müsste sorgfältig austariert werden, um unerwünschte Folgen für Arbeitnehmer und die Gesamtwirtschaft zu vermeiden.