Peter Pilz provoziert mit neuem Buch – und wird vom Staatsschutz vorgeladen
Finn HerrmannPeter Pilz provoziert mit neuem Buch – und wird vom Staatsschutz vorgeladen
Der umstrittene Politiker Peter Pilz hat ein zweites Buch mit dem Titel "Spuren im Schlamm" veröffentlicht, in dem er den Tod von Christian Pilnacek erneut aufarbeitet. Die Buchpräsentation lockte prominente Gäste an, darunter der ehemalige Vizekanzler Werner Kogler. Nur wenige Stunden später wurde Pilz vom Staatsschutz und der Extremismusbekämpfungsbehörde zu einer Befragung vorgeladen – der Vorwurf: Beleidigung einer Amtsperson.
Die Buchvorstellung fand unter ungewöhnlichen Umständen statt. Pilz' erstes Werk zu diesem Thema war zuvor per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt worden, doch seine Unterstützer – von Fraktionsvorsitzenden bis hin zu politischen Persönlichkeiten – erschienen in großer Zahl. Unter den Gästen befanden sich Kai Jan Krainer, Sophie Wotschke und Nina Tomaselli, während Michael Nikbakhsh als Gastgeber fungierte.
Während der Veranstaltung zeigte Pilz ein Video mit Andreas Hanger, in dem dieser Christian Pilnaceks ehemalige Freundin Karin Wurm als seine "Lebenspartnerin" bezeichnete. Damit umging er eine gerichtliche Unterlassungsverfügung und verstärkte die angespannte Stimmung des Abends. In seinem Buch geht Pilz ungekärten Details nach, etwa dem Schlamm an Pilnaceks Hose, und fordert eine 3D-Rekonstruktion des Tatorts, um den Fall wiederaufrollen zu können.
Scharfe Kritik übte Pilz an der Staatsanwaltschaft Wien und deren Leiter Johann Fuchs. Er warf ihnen vor, Whistleblower zu verfolgen, und prangerte die österreichischen Medien an, die seiner Meinung nach Versäumnisse bei der Aufklärung von Fällen wie der Raiffeisen Bank zeigen. Die Atmosphäre offenbarten eine treue Anhängerschaft, die sich von juristischen Rückschlägen oder Kontroversen unbeeindruckt zeigt.
Die Präsentation machte sowohl Pilz' anhaltenden Einfluss als auch die fortlaufende juristische Auseinandersetzung um seine Arbeit deutlich. Sein Appell für weitere Ermittlungen zu Pilnaceks Tod fällt nun mit einer offiziellen Vorladung zusammen. Die Mischung aus politischer Unterstützung und Provokation lässt erwarten, dass die Debatte über den Fall – und Pilz' Rolle darin – weitergehen wird.






