04 March 2026, 13:05

Promis ohne Politik-Erfahrung stürmen Bayerns Kommunalwahlen an

Ein Plakat, das das Münchner Oktoberfest bewirbt und ein gekröntes Gesicht zeigt.

Promi-Kandidaten: 'Huber-Bua' und 'Baby Schimmerlos' - Promis ohne Politik-Erfahrung stürmen Bayerns Kommunalwahlen an

Prominente Quereinsteiger drängen in die bayerische Politik

Eine Welle bekannter Gesichter aus Sport, Medien und Unterhaltung strebt in Bayern nun nach öffentlichen Ämtern. Bei den diesjährigen Kommunalwahlen kandidieren Persönlichkeiten ohne politische Vorerfahrung – ein seltener Wandel in der sonst eher traditionellen politischen Landschaft des Freistaats.

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In Rott am Lech bewirbt sich der ehemalige Nationalspieler Andreas Görlitz um einen Sitz im Gemeinderat, angetreten unter dem Banner der Dorfgemeinschaft Rott. Sein Engagement folgt einem Trend, bei dem prominente Namen ohne politische Laufbahn in die Kommunalpolitik einsteigen.

Die frühere Kriegsberichterstatterin Ronja von Wurmb-Seibel kandidiert für das Amt der Landrätin im Landkreis Fürstenfeldbruck – auf der Liste der Grünen. Damit reiht sie sich in die Liste von Medienvertretern ein, die sich der lokalen Verwaltung zuwenden.

Der Extrembergsteiger Alexander Huber versucht sich in Marktschellenberg zum zweiten Mal an einem Gemeinderatssitz. Sein erster Anlauf scheiterte, doch diesmal will er es erneut wissen.

Im Münchner Stadtratswahlkampf mischen zwei Medienveteranen mit: Patricia Riekel, ehemalige Chefredakteurin des Bunte-Magazins, tritt für die FDP an. Gleichzeitig bewirbt sich Michael Graeter – einst Münchens berüchtigtster Klatschkolumnist und Vorbild für die fiktive Figur Baby Schimmerlos – um ein Mandat. Sein Programm umfasst die Abschaffung der Hundesteuer, ein Stopp für Bargeldabschaffung sowie die Rücknahme von Sparkassenschließungen. Offene Kritik übt er an Angela Merkel, den Grünen, Frauenfußball und Frauenboxen.

Der Schauspieler Erwin Aljukic, bekannt aus der Seifenoper Marienhof, kandidiert für den Münchner Stadtrat auf der Liste der Linken – ein weiterer Vertreter der Unterhaltungsbranche im politischen Rennen.

In Kulmbach strebt der Sternekoch Alexander Herrmann (CSU) einen Sitz im Kreistag an. Seine kulinarische Prominenz hebt sich deutlich von den klassischen politischen Werdegängen der meisten Mitbewerber ab.

Keiner der Kandidaten hat bisher ein politisches Amt innegehabt, und in den vergangenen fünf Jahren hat in Bayern kein vergleichbarer Quereinsteiger eine Wahl gewonnen. Die Kampagnen werden zeigen, ob allein Bekanntheit in Wahlerfolge umzumünzen ist. Die Ergebnisse werden verraten, ob die Wähler bereit sind, Neulingen den Vorzug vor etablierten Politikern zu geben.