Proteste gegen rechtsextreme Plattform Nius in Berlin-Kreuzberg eskalieren nicht – doch der Widerstand wächst
Philipp KochProteste gegen rechtsextreme Plattform Nius in Berlin-Kreuzberg eskalieren nicht – doch der Widerstand wächst
Veranstaltung zu rechtsextremer Plattform Nius in Kreuzberg – Proteste und Widerstand
Am Wochenende fand im Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg eine Informationsveranstaltung über Nius statt, eine rechtsextreme Propaganda-Plattform. Antifaschistische Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich in der Nähe, um sicherzustellen, dass die Diskussion ohne Störungen verlaufen konnte. Die Veranstaltung war mit rund 250 Besucherinnen und Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Nius, finanziert vom Multimillionär Frank Gotthardt, hat sich durch aggressive Kampagnen gegen Geflüchtete, Klimaaktivistinnen und -aktivisten sowie die demokratische Zivilgesellschaft einen Namen gemacht. Referierende bezeichneten das Portal auf der Veranstaltung als "digitalen Pranger", der Klischees und rassistische Narrative verbreite. Trotz seiner spaltenden Inhalte bleibt Nius eine Randerscheinung: Die Plattform schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.
Die Organisatorinnen und Organisatoren hatten mit möglichen Störungen gerechnet, da befürchtet wurde, dass Mitarbeiter von Nius oder Provokateurinnen und Provokateure auftauchen könnten. Zuvor hatte die Plattform die Initiative "Nein zu Nius" als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert, während sie gleichzeitig für die eigene Veranstaltung warb. Doch die Diskussion verlief reibungslos – es gab keine Zwischenfälle.
Betroffene der Nius-Kampagnen berichteten von den Anfeindungen, denen sie ausgesetzt seien, darunter auch Todesdrohungen. Gleichzeitig betonten sie jedoch eine unerwartete Welle der Solidarität und ein gestiegenes öffentliches Interesse an ihrer Arbeit. Protestierende kündigten an, in den kommenden Tagen vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße in Kreuzberg zu demonstrieren.
Eine Analyse der Strategien unter dem Chefredakteur Julian Reichelt zeigt, dass Nius als Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse fungiert. Die Plattform verschiebt gezielt die öffentliche Debatte nach rechts – trotz begrenzter Reichweite und finanzieller Probleme.
Die Veranstaltung unterstrich den wachsenden Widerstand gegen Nius. Aktivistinnen, Aktivisten und Teilnehmerinnen versprachen, den Druck auf die Plattform aufrechtzuerhalten. Zwar sorgt das Portal weiterhin für Kontroversen, doch die finanziellen Verluste und die geringe Leserschaft werfen Fragen nach seiner langfristigen Wirkung auf. In den nächsten Tagen sind weitere Proteste geplant.






