Rentenniveau in Deutschland: Warum Frauen und Geringverdiener benachteiligt bleiben
Lara BauerMachen kleine Renten arm? - Rentenniveau in Deutschland: Warum Frauen und Geringverdiener benachteiligt bleiben
Rentenniveau in Deutschland: Deutliche Unterschiede zwischen Geschlechtern und Haushalten
In Deutschland zeigen sich bei den Renten erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen verschiedenen Haushaltstypen. Während Männer im Schnitt eine monatliche Bruttorente von knapp 1.580 Euro erhalten, liegen Frauen bei rund 1.070 Euro. Gleichzeitig soll ein neues Rentengesetz bis 2040 tiefgreifende finanzielle Veränderungen mit sich bringen.
In den vergangenen zehn Jahren sind die Renten in Deutschland kontinuierlich gestiegen. 2010 bezogen Männer durchschnittlich 1.090 Euro im Monat, Frauen etwa 640 Euro. Bis 2023 stiegen diese Werte auf rund 1.580 Euro für Männer und 920 Euro für Frauen – bedingt durch eine höhere Lebenserwartung und die gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen.
Trotz dieser Steigerungen bleiben die Ungleichheiten bestehen. Jeder Zehnte erhält weniger als 300 Euro monatlich, 12 Prozent liegen zwischen 300 und 600 Euro, weitere 13 Prozent zwischen 600 und 900 Euro. Auffällig ist, dass vier Prozent der Paare mit Renten unter 500 Euro dennoch über das höchste durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen verfügen – über 5.300 Euro pro Monat.
Das Rentenpaket der Koalition zielt darauf ab, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu stabilisieren und die Mütterrente auszuweiten. Allerdings schätzt Alexander Gunkel, dass das Gesetz bis 2040 111 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten verursachen wird. Verena Bentele hat zudem vorgeschlagen, dass Beamte künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollten.
Wer 35 Beitragsjahre vorweisen kann, erhält im Schnitt rund 400 Euro mehr Rente als Personen mit kürzeren Erwerbsbiografien.
Das deutsche Rentensystem bleibt im Wandel: Zwar steigen die Durchschnittswerte, doch die Ungleichheiten bestehen fort. Das neue Gesetz sichert zwar das aktuelle Niveau für ein Jahrzehnt, treibt langfristig aber die Ausgaben in die Höhe. Von vollen Erwerbsleben profitieren nach wie vor am stärksten – während Geringverdiener und manche Paare mit ganz unterschiedlichen finanziellen Realitäten konfrontiert sind.






