09 February 2026, 22:01

Selenskyj erhält Ewald-von-Kleist-Preis auf Münchner Sicherheitskonferenz 2026

Ein Plakat mit der Aufschrift "Wie Russlands Krieg die ukrainische Wiki-Gemeinde beeinflusst hat" und zugehörige Logos.

Selenskyj erhält Ewald-von-Kleist-Preis auf Münchner Sicherheitskonferenz 2026

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Ewald-von-Kleist-Preis für Präsident Selenskyj

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zeichnet den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem Ewald-von-Kleist-Preis aus. Die Auszeichnung würdigt den Mut und die Widerstandskraft des ukrainischen Volkes im anhaltenden Kampf um Freiheit. Die feierliche Verleihung findet am Samstagabend im Münchner Residenzpalast statt, wo auch der polnische Ministerpräsident Donald Tusk eine Rede auf einen weiteren preisgekrönten Gast halten wird.

Doch während der Winter immer härter wird, leiden die Ukrainer:innen unter eisigen Temperaturen und anhaltenden russischen Raketenangriffen auf die Energieinfrastruktur. Trotz jahrelanger Besatzung, Zwangsrekrutierung und flächendeckender Zerstörung bleibt ihr Wille, das Land zu verteidigen, ungebrochen.

Russlands militärische Besetzung ukrainischen Gebiets begann lange vor dem großangelegten Angriff am 24. Februar 2022. Bereits 2014 annektierte Moskau die Krim und besetzte Teile der Regionen Donezk und Luhansk. Bis Ende 2024 hatten russische Truppen ihre Kontrolle auf strategisch wichtige Städte wie Mariupol und Cherson ausgedehnt und drangen weiter in die Ostukraine vor. Die Bilanz ist verheerend: Bis Januar 2026 verlor Russland über 1,2 Millionen Soldaten, während brutale Offensiven und Luftangriffe bis in die Jahre 2025 und 2026 andauern.

Unter Besatzung setzt Russland seine Gesetze durch – bis 2025 wurden 3,5 Millionen Pässe unter Zwang ausgestellt. Zivilist:innen werden zur Armee gepresst, ein Kriegsverbrechen. Tausende Kinder wurden seit 2014 deportiert, um sie zu russifizieren und militärisch auszubilden. Staatlich gelenkte Verbrechen wie Entführungen und Folter sind an der Tagesordnung. Minen verseuchen das Land, zerstörte Infrastruktur lässt viele ohne Grundversorgung – die humanitäre Krise verschärft sich zusehends.

Bei der Preisverleihung teilt sich Selenskyj die Bühne mit Lucas Hellemeier, Forscher an der Freien Universität Berlin. Hellemeier erhält den John-McCain-Dissertationspreis für seine Arbeit zu transatlantischen Beziehungen. Tusks Rede wird diese Leistungen würdigen und den größeren Kampf um Demokratie und Souveränität in Europa betonen.

Der Ewald-von-Kleist-Preis ehrt den unermüdlichen Widerstand der Ukraine gegen übermächtige Widrigkeiten. Während der Krieg weiterwütet, kämpfen Zivilist:innen täglich gegen Raketenangriffe und Besatzungsregime, die ihren Willen brechen sollen. Doch die Auszeichnung in München erinnert an ihren beharrlichen Kampf – und die anhaltende Solidarität der internationalen Gemeinschaft.