Sieben Stunden Theater: Warum wir Marathon-Aufführungen lieben
Deutsche Theater sind seit langem für ihre marathonslangen Aufführungen bekannt. Diese Tradition setzt sich beim Berliner Theatertreffen 2023 fort, wo die Münchner Kammerspiele mit "Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen" ein siebenstündiges Epos auf die Bühne bringen. Die Tickets für die Produktion waren schnell ausverkauft – ein Zeichen für das anhaltende Publikuminteresse an diesen ausufernden Inszenierungen.
Extrem lange Stücke sind kein neues Phänomen. Schon 1999 dauerte Luk Percevals *"Schlachten" bei den Salzburger Festspielen zwölf Stunden. Ein Jahrzehnt später zeigte das New Yorker Ensemble Elevator Repair Service 2007 eine siebenstündige Version von "Der große Gatsby". Im selben Jahr erlebte Nora Hertlein-Hull, heute Leiterin des Berliner Theatertreffens, erstmals eine solche Mammutinszenierung.
Die Ära des Regietheaters in den 1970er- und 1980er-Jahren trug maßgeblich zur Popularität dieser Langzeitperformances bei. Erst kürzlich brachte das Schauspielhaus Bochum 2023 "Die Brüder Karamasow" in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne. Auch die Berliner Volksbühne belebt "Peer Gynt" neu – dessen erster Teil in früheren Produktionen allein acht Stunden dauerte.
Obwohl der Deutsche Bühnenverein keine Statistiken zu Spieldauern führt, bleibt die Tradition lebendig. Das diesjährige Berliner Theatertreffen unterstreicht, wie diese Marathon-Aufführungen weiterhin Zuschauer anziehen und die Theaterkultur prägen.
Das siebenstündige *"Wallenstein" beim diesjährigen Festival steht in einer jahrzehntelangen Tradition** langer Produktionen im deutschsprachigen Theater. Mit ausverkauften Häusern und anhaltenden Wiederbelebungen bleiben diese monumentalen Inszenierungen ein prägendes Merkmal der hiesigen Bühnenszene – und der Trend zeigt keine Anzeichen von Erschöpfung.






