Siemens gibt Medizintechnik-Tochter Healthineers an Aktionäre ab – ein 15-Milliarden-Deal
Elias FrankeSiemens verteilen Healthineers-Aktien im Milliardenwert an Aktionäre - Siemens gibt Medizintechnik-Tochter Healthineers an Aktionäre ab – ein 15-Milliarden-Deal
Siemens hat Pläne bekannt gegeben, einen Großteil seiner Beteiligung an der Medizintechnik-Sparte Siemens Healthineers an seine Aktionäre zu verteilen. Die Transaktion umfasst Aktien im Wert von rund 15 Milliarden Euro und markiert eine strategische Neuausrichtung des Konzerns. Vorstandsvorsitzender Roland Busch betonte, dass dieser Schritt Siemens ermöglichen werde, sich stärker auf ein kohärenteres Geschäftsportfolio zu konzentrieren.
Siemens hatte Healthineers erstmals im März 2018 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht, behielt jedoch die Mehrheitskontrolle. Im Laufe der Zeit mehrten sich Spekulationen über eine Reduzierung dieses Anteils, da die Tochtergesellschaft Kapital band, ohne nennenswerte Synergieeffekte zu erbringen. Aktuell hält Siemens etwas mehr als zwei Drittel an Healthineers, das unter der Führung von CEO Bernd Montag zu den weltweit größten Herstellern von Medizintechnik zählt.
Die geplante Verteilung betrifft etwa 30 Prozent von Healthineers und wird Siemens' Beteiligung auf eine Minderheitsposition reduzieren. Dadurch entfällt für Siemens auch die Pflicht zur vollen Konsolidierung der finanziellen Ergebnisse des Tochterunternehmens. Die Aktien sollen an bestehende Siemens-Aktionäre ausgegeben werden, vorzugsweise im Rahmen eines direkten Spin-offs.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Hauptversammlungen beider Unternehmen; weitere Details werden für das frühe zweite Quartal 2026 erwartet. Arbeitnehmervertreter, darunter die IG Metall und der Betriebsrat, haben auf die Notwendigkeit fairer Bedingungen während des Trennungsprozesses hingewiesen.
Nach Abschluss der Transaktion wird sich Siemens' Engagement bei Healthineers, das weltweit über 70.000 Mitarbeiter beschäftigt, grundlegend ändern. Der Konzern bleibt zwar ein bedeutender, wenn auch reduzierter Anteilseigner, während die Aktionäre direkten Zugang zum Medizintechnikgeschäft erhalten. Die finalen Genehmigungen und strukturellen Anpassungen werden die nächsten Schritte im frühen Jahr 2026 bestimmen.






