Skandal im Schlachthof: Sieben Mitarbeiter wegen Tierschutzverstößen angeklagt
Finn HerrmannVerhaftungsbefehle gegen Mitarbeiter eines Schlachthofs erlassen - Skandal im Schlachthof: Sieben Mitarbeiter wegen Tierschutzverstößen angeklagt
Sieben Mitarbeiter eines Geflügelschlachtbetriebs in Wassertrüdingen müssen mit Bußgeldern rechnen, weil sie gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen haben sollen. Der Fall kam ins Rollen, nachdem eine Tierrechtsorganisation im April 2021 Videoaufnahmen veröffentlicht hatte, die mutmaßliche Misshandlungen zeigen. Seither bleibt der Schlachtbetrieb geschlossen, während die polizeikontrolle andauern.
Das örtliche Gericht hat bereits vier Strafbescheide gegen die Beschäftigten erlassen. Die Geldbußen bewegen sich zwischen 30 und 180 Tagessätzen, wobei ein Mitarbeiter eine rechtskräftige Strafe von über 90 Tagessätzen erhalten hat. Diese gilt als Vorstrafe.
In den vergangenen Jahren haben deutsche Behörden die Kontrollen in Großschlachtereien verschärft. Nach Skandalen in Betrieben wie Tönnies, Wiesenhof und Vion wurden schlachthof eingeführt. Dazu zählen höhere Bußgelder von bis zu 500.000 Euro, eine seit 2024 verpflichtende Videoüberwachung sowie häufigere Inspektionen durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Zahl der Kontrollmaßnahmen hat sich dadurch verdoppelt.
Der Fall Wassertrüdingen steht exemplarisch für den Wandel im Umgang mit Tierschutzverstößen in Deutschland. Mit härteren Strafen und schärferen Kontrollen will die Regierung weitere Missstände in der Branche verhindern. Der Schlachtbetrieb bleibt vorerst geschlossen, während die juristischen Verfahren laufen.