Söder attackiert Rivalen in Passau und verteidigt seine harte Linie gegen Steuererhöhungen
Finn HerrmannSöder attackiert Rivalen in Passau und verteidigt seine harte Linie gegen Steuererhöhungen
Politische Kundgebung in Passau: Söder greift Rivalen an und verteidigt seine Linie
Bei einer politischen Kundgebung in Passau kam es zu scharfen Wortgefechten, als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowohl Konkurrenten attackierte als auch seine eigene Politik verteidigte. Die Veranstaltung in der Dreiländerhalle war geprägt von Söders gewohnt kämpferischem Auftreten – mit Spitzen gegen die Grünen, die SPD und sogar humorvollen Seitenhieben auf Berlins winterliche Chaosmomente. Gleichzeitig konterten Oppositionsvertreter von den Freien Wählern und den Grünen mit eigener Kritik.
Söder schloss von vornherein Steuererhöhungen oder neue Spritabgaben aus und warb stattdessen für längere Arbeitszeiten – eine zusätzliche Stunde pro Woche – sowie seine Forderung nach "Leistung, Leistung, Leistung". Zudem forderte er strengere Regeln für den Wehrdienst, darunter die Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht. Zwar kritisierte er die Grünen und nannte dabei Heidi Reichinnek und Daniel Halemba, direkte Angriffe auf Berlin oder die CDU vermied er jedoch – vermutlich Rücksicht auf die bundespolitische Rolle der Schwesterpartei.
In seine Rede baute Söder Witze ein, etwa über SPD-Co-Chef Lars Klingbeil, das winterliche Chaos in Berlin oder NGOs, die Klagen einreichen, um Passanten vor Stürzen auf Gehwegen zu schützen. Die Äußerungen stießen auf geteilte Reaktionen: Während einige im Publikum lachten, wischten Gegner die Bemerkungen als Ablenkungsmanöver beiseite.
Vonseiten der Opposition positionierte sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger als Verteidiger der persönlichen Freiheit und prangerte an, was er als übertriebenen "Staatsdirigismus" bezeichnete. Grünen-Co-Chefin Katharina Schulze warf Söder vor, er arbeite "nur in Vollzeit für sich selbst", während ihre Parteikollegin Katharina Dröge CDU-Chef Friedrich Merz "rückständige Frauenbilder" vorhielt.
Auch der AfD-Politiker Markus Frohnmaier meldete sich zu Wort und wies aktuelle Vorwürfe der Vetternwirtschaft in seiner Partei als bloße "Medienkampagne" zurück.
Die Kundgebung offenbarten tiefe Gräben zwischen der bayerischen CSU und ihren Kritikern. Söders Mix aus politischen Forderungen und provokantem Humor setzte den Ton, während seine Zurückhaltung gegenüber der CDU auf taktische Vorsicht hindeutet. Die Opposition nutzte die Bühne hingegen, um eigene Botschaften zu schärfen. Die Auseinandersetzungen deuten auf anhaltende Spannungen hin, während sich die Parteien für kommende politische Machtkämpfe in Stellung bringen.






