Söder fordert längere Arbeitszeiten und schärfere Migrationsregeln – SPD in der Kritik
Finn HerrmannSöder fordert längere Arbeitszeiten und schärfere Migrationsregeln – SPD in der Kritik
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat weitreichende gesellschaftliche Reformen gefordert und längere Arbeitszeiten sowie eine strengere Migrationspolitik angemahnt. Seine Äußerungen fielen während der Winterklausur der CSU im Kloster Seeon Anfang Januar 2026, bei der auch Bundeskanzler Friedrich Merz umfassende Veränderungen vorantrieb, um Kosten und Bürokratie abzubauen.
Auf der Klausurtagung betonte Merz, dass die Energiepreise, Steuern und bürokratischen Hürden nach wie vor übermäßig hoch seien. Er unterstrich die Notwendigkeit breiter Reformen, um diese Probleme zu lösen. Söder schloss sich diesem Aufruf an und schlug vor, dass Arbeitnehmer künftig eine zusätzliche Stunde pro Woche leisten sollten – dabei nannte er die Schweiz als Vorbild für längere Arbeitszeiten.
Zudem richtete Söder seine Kritik an die SPD und riet ihr, sich an früheren Reformen wie der Agenda 2010 zu orientieren. Er argumentierte, dass traditionelle Arbeiterwähler – einst die Kernklientel der SPD – heute vermehrt zur CSU oder in einigen Regionen sogar zur AfD tendierten. Seine Reformvorschläge zielen darauf ab, das Gesundheitssystem zu verbessern und technologische Fortschritte zu nutzen, während gleichzeitig nur diejenigen im Land bleiben sollten, die auch arbeiten. In der Migrationsfrage bezog Söder eine klare Position: Wer bereit sei zu arbeiten, sei willkommen, wer sich jedoch verweigere, müsse mit Abschiebung rechnen. Er äußerte die Hoffnung, dass die SPD eine ähnliche Linie verfolge und die Regeln für nicht erwerbstätige Migranten verschärfe.
Die CSU-Vorschläge deuten auf eine Stoßrichtung hin, die längere Arbeitszeiten, strengere Migrationskontrollen und wirtschaftliche Reformen vorsieht. Söders Aussagen spiegeln eine politische Neuausrichtung wider, die sowohl die Arbeitsmarktpolitik als auch die Wählerwanderung im Blick hat. Die Debatte über diese Pläne wird voraussichtlich die politische Landschaft Deutschlands in den kommenden Monaten prägen.