20 February 2026, 10:03

Söder glänzt beim Politischen Aschermittwoch 2025 zwischen Braveheart und Wahlkampf-Feuer

Ein Buch mit dem Titel "Deutsches Kolonial-Feitung" vom 11/1940, das ein Porträt von Adolf Hitler auf dem Cover zeigt, umgeben von einer Gruppe von Menschen mit Mützen.

Söder glänzt beim Politischen Aschermittwoch 2025 zwischen Braveheart und Wahlkampf-Feuer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stand im Mittelpunkt des diesjährigen Politischen Aschermittwochs in Passau. Die Veranstaltung, bekannt für scharfe Reden und politische Angriffslust, bot diesmal auch Raum für persönliche Kontroversen. Söders Auftritt folgte nur wenige Wochen, nachdem sein Faschingskostüm als Braveheart für neue Schlagzeilen gesorgt hatte.

Der Politische Aschermittwoch ist tief in der bayerischen Politik verwurzelt. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1919 zurück, als er als Treffen des Bayerischen Bauernbunds begann – mit Beteiligung von Mitgliedern der Bayernpartei und der CSU. Nach einer Unterbrechung wurde die Tradition 1946 in Vilshofen von der Bayernpartei wiederbelebt. Die CSU unter Franz Josef Strauß schloss sich in den 1950er-Jahren an, die SPD folgte in den 1960ern. 1975 zog die Veranstaltung wegen des wachsenden Zuschauerinteresses nach Passau um und findet seitdem in der Dreiländerhalle statt, wo sie heute über 4.000 Besucher anzieht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Aschermittwoch vom großen Spektakel zu einer Bühne für polemische Rededuelle. Politiker nutzen ihn, um Gegner anzugreifen und vor Wahlen – wie den anstehenden Kommunalwahlen 2026 – ihre Anhänger zu mobilisieren. Söders Auftritte sind dabei längst ein Höhepunkt: Seine Reden verbinden scharfe Rhetorik mit bayerischen Faschingstraditionen wie Blasmusik und politischer Satire.

In diesem Jahr erhielt die Veranstaltung zusätzliche Brisanz, da Söder mit Fragen zu der Beziehung seiner Tochter Gloria-Sophie mit dem früheren Google-Chef Eric Schmidt konfrontiert war. Die Debatte verlieh seinem öffentlichen Auftritt eine persönliche Note. Bereits beim Fasching in Veitshöchheim hatte Söder sich als William Wallace aus Braveheart verkleidet – eine von vielen historischen Rollen, die er im Laufe der Jahre verkörpert hat.

Trotz nachlassender überregionaler Strahlkraft bleibt der Politische Aschermittwoch ein fester Termin im bayerischen Politikkalender. Söders Auftritt, geprägt von persönlicher Prüfung und Wahlkampfstimmung, unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Veranstaltung für die Stimmungsmache in der Partei. Vorerst bleibt sie eine Mischung aus Tradition, Spektakel und harter Wahlkampf-Rhetorik.