05 January 2026, 14:04

SPD und CSU liefern sich erbitterten Streit um geplante Steuersenkungen

Ein Cupcake auf einem Tisch mit Stühlen und Tischen im Hintergrund und Lampen und Röhrenlampen oben.

SPD im Bundestag lehnt CSU-Pläne für steuerliche Entlastungen als 'unfinanzierbar' ab - SPD und CSU liefern sich erbitterten Streit um geplante Steuersenkungen

Ein neuer Streit über die Steuerpolitik ist zwischen den Regierungsparteien in Deutschland entbrannt. Die SPD hat die Forderungen der Christlich-Sozialen Union (CSU) nach umfangreichen Steuersenkungen scharf kritisiert und die Pläne als nicht finanzierbar zurückgewiesen. Die Spannungen verschärften sich, als die CSU auf einem internen Parteitreffen diese Woche Senkungen bei der Einkommensteuer, Erbschaftsteuer sowie eine vorgezogene Unternehmenssteuererklärung 2023 senken wollte.

Die CSU schlägt vor, die Einkommensteuer zu senken, die Erbschaftsteuerregeln zu lockern und die geplante Körperschaftsteuersenkung bereits auf das Jahr 2026 vorzuziehen. Diese Forderungen sollten im Rahmen der internen Beratungen der Partei offiziell vorgelegt werden. Die SPD lehnte die Ideen jedoch umgehend ab und warnte, dass solche Steuererleichterungen zu Haushaltslücken in Höhe von zehnt Milliarden Euro führen würden – sowohl für den Bund als auch für die Länder.

Wiebke Esdar, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete die CSU-Pläne als realitätsfremd. Die Forderungen kämen "aus dem Wolkenkuckucksheim", betonte sie, und verwies darauf, dass es keinerlei finanziellen Spielraum für deren Umsetzung gebe. Esdar wies auf eine "sehr große Haushaltslücke" in der aktuellen Bundesfinanzplanung hin, die Steuersenkungen unmöglich mache. Die SPD setzt sich seit Langem für eine gerechtere Verteilung der Steuerlast ein, insbesondere durch höhere Beiträge von Vermögenderen. Die laufenden Verhandlungen zwischen den beiden Parteien über Steuerfragen sind nun unsicher, da die SPD auf eine stabile Finanzierung der öffentlichen Haushalte pocht. Gleichzeitig lehnt CDU-Chef Friedrich Merz Steuererhöhungen ab, während CSU-Vorsitzender Markus Söder weiterhin für steuerliche Entlastungen wirbt.

Der Dissens offenbart tiefe Gräben zwischen den Koalitionspartnern in der Finanzpolitik. Da die SPD die Steuerentlastungspläne der CSU kategorisch ablehnt, könnten weitere Gespräche ins Stocken geraten. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Regierung ihre Haushaltsprioritäten mit dem CSU-Druck nach Steuerentlastungen in Einklang bringen kann.