Stichwahl in Langenzenn: Zwei Visionen für die Zukunft der wachsenden Stadt
Philipp KochStichwahl in Langenzenn: Zwei Visionen für die Zukunft der wachsenden Stadt
Langenzenn wählt am 22. März in einer Stichwahl seinen neuen Bürgermeister
Die beiden Kandidaten, Christian Ell (CSU) und Michael Kimberger (Grüne), haben ihre Visionen für die Zukunft der Stadt vorgestellt. Beide setzen sich für die Stärkung der lokalen Wirtschaft ein, unterscheiden sich jedoch in ihren Ansätzen.
In den vergangenen fünf Jahren hat Langenzenn wirtschaftlich an Bedeutung gewonnen. Branchen wie Automobilzulieferung, Kunststoffverarbeitung und Logistik sind gewachsen, was zu einem Beschäftigungsanstieg von 15 Prozent und Investitionen in Gewerbegebiete führte. Nun steht die Stadt vor der Frage, wie sie diesen Aufschwung weiter vorantreiben kann.
Christian Ell plädiert für eine stabile Gewerbesteuer und eine enge Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen. Zu seinen Plänen gehören die Beibehaltung städtischer Immobilien, der Verkauf ungenutzter Gebäude sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Zudem setzt er sich für regelmäßige Bürgerversammlungen in jedem Stadtteil mindestens alle zwei Jahre ein. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der finanziellen Förderung von Bürgerprojekten.
Michael Kimberger hingegen will die Gewerbesteuereinnahmen durch die Ansiedlung neuer Unternehmen steigern. Um die Innenstadt zu beleben, schlägt er vor, Volkshochschulkurse dorthin zu verlegen und Coworking-Spaces einzurichten. Wie Ell befürwortet er Bürgerversammlungen in den Außenbezirken, möchte diese jedoch häufiger abhalten. Beide Kandidaten sind sich einig, dass die historische Altstadt revitalisiert werden muss und Langenzenn als attraktiver Wirtschaftsstandort gestärkt werden soll.
Die Wahl findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Wirtschaft der Stadt – insbesondere in den Bereichen Logistik, Produktion und erneuerbare Energien – an Fahrt aufgenommen hat. Zu den großen Arbeitgebern zählen Automobilzulieferer wie Brose sowie lokale Kunststoffhersteller. Da die Beschäftigtenzahl seit 2021 um etwa 15 Prozent gestiegen ist, wird der neue Bürgermeister die Aufgabe haben, Wachstum und Gemeinschaftsbedürfnisse in Einklang zu bringen.
Die Wähler müssen sich zwischen Ells Fokus auf Kontinuität und Kimbergers Expansionskurs entscheiden. Der Gewählte wird maßgeblich beeinflussen, wie Langenzenn seine jüngsten wirtschaftlichen Erfolge weiter ausbaut. Die Stichwahl am 22. März wird zeigen, wer diese Entwicklung in den kommenden Jahren prägen wird.






