Streit um Davies' Kreuzbandriss: FC Bayern wirft Kanada grobe Fahrlässigkeit vor
Philipp KochStreit um Davies' Kreuzbandriss: FC Bayern wirft Kanada grobe Fahrlässigkeit vor
Zwischen dem FC Bayern München und dem Kanadischen Fußballverband ist ein Streit über die Kreuzbandverletzung von Alphonso Davies entbrannt. Der deutsche Verein wirft Kanada grobe Fahrlässigkeit vor, nachdem der Spieler im März 2022 einen schweren Riss erlitten hatte. Ein Berater der kanadischen Nationalmannschaft wies die Vorwürfe jedoch entschlossen zurück und bezeichnete die Verletzung als "unglaubliches Pech".
Ausgelöst wurde die Kontroverse, als sich Davies im Länderspiel Kanadas gegen die USA im März 2022 das vordere Kreuzband riss. Der FC Bayern argumentierte, die Aufstellung des Spielers sei leichtsinnig gewesen, angesichts seiner Vorgeschichte mit Muskelproblemen. Vereinschef Jan-Christian Dreesen forderte volle Transparenz und deutete mögliche rechtliche Schritte gegen Canada Soccer an.
Franz Schiemer, Berater der kanadischen Nationalmannschaft, lehnte die Vorwürfe des FC Bayern kategorisch ab. Er betonte, die Verletzung stehe in keinem Zusammenhang mit Davies' früheren Muskelbeschwerden, und sprach von reinem Unglück. Zudem lobte Schiemer den "elektrisierenden" Spielstil des Akteurs und seinen positiven Einfluss auf das Team.
Nach seiner Genesung hat Davies wieder zu alter Stärke gefunden und soll im bevorstehenden WM-Turnier eine Schlüsselrolle für Kanada übernehmen. Bisher hat der Kanadische Fußballverband jedoch keine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen des FC Bayern abgegeben.
Die Auseinandersetzung bleibt ungelöst: Während der FC Bayern an seiner Haltung zur vermeintlichen Fahrlässigkeit festhält, weist Kanadas Berater die Anschuldigungen zurück. Davies' Rückkehr auf höchstem Niveau lenkt die Aufmerksamkeit nun wieder auf seine Leistungen. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Verein und Verband beim Thema Spielergesundheit.