Streit um Social-Media-Verbot für Kinder: CDU und CSU uneins über Altersgrenze
Lara BauerStreit um Social-Media-Verbot für Kinder: CDU und CSU uneins über Altersgrenze
Ein geplantes Verbot von sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren erhält in Deutschland zunehmend politische Unterstützung. CDU und SPD drängen auf neue Gesetze, um junge Nutzer:innen vor gewalttätigen Online-Inhalten zu schützen. Doch interne Uneinigkeit innerhalb der CSU und eine gespaltene öffentliche Meinung deuten darauf hin, dass die Diskussion noch lange nicht abgeschlossen ist.
Die Forderung nach strengeren Regeln entstand vor dem Hintergrund der Sorge, dass Minderjährige mit gewalttätigen Inhalten konfrontiert werden. Ein CDU-Positionspapier vom Februar 2026 betonte den digitalen Jugendschutz und schlug vor, Geräte in Schulen zu verbieten sowie das sogenannte 'Sharenting' einzuschränken. Konkrete Pläne zur Durchsetzung von Altersbeschränkungen gibt es jedoch seit Anfang 2024 nicht.
Die Zustimmung zu einem solchen Verbot fällt sehr unterschiedlich aus. Eine Umfrage des ifo Instituts ergab, dass 85 Prozent der Erwachsenen ein Mindestalter von 16 Jahren für eigene Accounts befürworten. Unter den 14- bis 17-Jährigen unterstützen 47 Prozent ebenfalls Altersgrenzen. Eine politische Einheitlichkeit fehlt jedoch.
CSU-Chef Markus Söder bezeichnete den Vorschlag Anfang Februar als 'völligen Unsinn'. Generalsekretär Martin Huber mahnte dagegen zu mehr Zurückhaltung. Unterdessen ist die Junge Union, der Jugendverband der CSU, in der Frage gespalten.
Trotz breiter öffentlicher Unterstützung steht der Vorschlag nun vor Hindernissen. Die Abgeordneten müssen technische Herausforderungen und interne Parteistreitigkeiten klären, bevor ein Gesetzgebungsverfahren in Gang kommt. Vorerst bleibt die Debatte ohne klaren Weg zur Umsetzung.






