Südzucker kämpft mit neuen Strategien gegen sinkende Rübenpreise und Krankheiten
Philipp KochSüdzucker kämpft mit neuen Strategien gegen sinkende Rübenpreise und Krankheiten
Südzucker passt seinen Rübenanbau an anhaltende Marktherausforderungen an
Der Zuckerkonzern Südzucker stellt seine Zuckerübenproduktion um, um den anhaltenden Marktproblemen zu begegnen. Das Unternehmen hat neue Verträge und Strategien zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten eingeführt, um die Landwirte zu unterstützen. Trotz sinkender Preise und zunehmender Krankheitsdrucks bleibt Rübenzucker ein zentraler Bestandteil des Geschäfts.
Der globale Zuckermarkt leidet unter einem Überangebot, das die Preise drückt und das Vertrauen der Landwirte erschüttert. Als Reaktion darauf hat Südzucker individuelle Verträge mit Rübenanbauern abgeschlossen, die Mindestpreise garantieren und so zur Stabilisierung der Einkommen beitragen sollen. Diese Vereinbarungen zielen darauf ab, die Interessen von Aktionären und Landwirten in Einklang zu bringen und gleichzeitig eine nachhaltige Bewirtschaftung zu sichern.
In Südbayern ist der Anbau von Zuckerüben seit 2023 um 15–20 Prozent zurückgegangen. Die Anbaufläche verringerte sich von etwa 12.000 Hektar auf rund 9.500 Hektar bis 2025. Dieser Rückgang ist auf reduzierte Produktionsquoten, Preisschwankungen und die zunehmende Bedrohung durch Krankheiten wie Rhizomanie zurückzuführen, wie aus Berichten der bayerischen Landwirtschaft hervorgeht.
Um Schädlinge und Krankheiten einzudämmen, hat Südzucker ein Maßnahmenpaket entwickelt, das auch Empfehlungen zur Fruchtfolge umfasst. Landwirte werden dazu angehalten, nach dem Rübenanbau keine Wintergetreide zu pflanzen, um die Ausbreitung von Rhizomanie und Zikaden zu verringern. Dr. Stefan Streng, bei Südzucker für den Rübenanbau verantwortlich, erwartet, dass diese Maßnahmen bis 2026 zu einer besseren Krankheitskontrolle beitragen werden.
Obwohl Zucker etwa 40 Prozent des Umsatzes von Südzucker ausmacht, verlagert das Unternehmen seinen Fokus zunehmend auf zuckerunabhängige Geschäftsbereiche, um die Abhängigkeit von dem volatilen Markt zu verringern. Dennoch bleibt Rübenzucker ein strategisch wichtiger Bereich, der von Verbrauchern als regional erzeugtes Produkt geschätzt wird. Südzucker plant, seine bestehenden Standorte in Bayern und Süddeutschland zu erhalten, wird jedoch in neue Anwendungsmöglichkeiten für Zucker investieren, statt Produktionsstätten auszubauen.
Mit diesem diversifizierten Ansatz mildert Südzucker die Auswirkungen von Marktschwankungen sowohl für das Unternehmen als auch für die Landwirte ab. Die neuen Verträge und Krankheitsstrategien sollen die langfristige Rübenproduktion sichern. Gleichzeitig spiegelt die Hinwendung zu alternativen Zuckeranwendungen die Bemühungen wider, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen.






