Trump erhöht Autozölle – BMW-Chef kritisiert EU und dämpft E-Auto-Erwartungen
Philipp KochTrump erhöht Autozölle – BMW-Chef kritisiert EU und dämpft E-Auto-Erwartungen
Die Spannungen zwischen den USA und der EU haben sich verschärft, nachdem US-Präsident Donald Trump die Zölle auf europäische Autoimporte erhöht hat. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen des anhaltenden Streits über Handelsabkommen. Der Aufsichtsratsvorsitzende von BMW, Nicolas Peter, kritisierte dabei die Rolle der EU in dem Konflikt und äußerte sich zudem zur Zukunft der Elektrofahrzeuge – eine vollständige Umstellung bis 2035 hält er für unwahrscheinlich.
Trump hatte die Einfuhrzölle für Autos aus Europa von 15 auf 25 Prozent angehoben. Zur Begründung führte er an, die EU habe ihre Verpflichtungen aus den bestehenden Handelsvereinbarungen nicht erfüllt. Peter entgegnete, die EU trage eine Mitschuld an der Eskalation des Streits.
Der BMW-Chef forderte beide Seiten auf, das blockierte Handelsabkommen zügig zu ratifizieren. Die gemeinsamen Interessen der USA und der EU seien weit größer, als aktuelle öffentliche Stellungnahmen suggerierten, betonte er. Über die Handelskonflikte hinaus sprach Peter auch die Wende zur E-Mobilität an: Selbst bis 2035 werde Europa eine 90-prozentige Verbreitung bei Weitem nicht erreichen.
Zwar erwarte er, dass bis dahin mehr als die Hälfte der Kunden rein batteriebetriebene Fahrzeuge bevorzugen werde, doch eine vollständige Elektrifizierung hielt er für unrealistisch. Die steigenden Spritpreise, so Peter, hätten den Wandel kaum beschleunigt. Um Fortschritte zu erzielen, schlug er eine strengere Kontrolle von Plug-in-Hybriden vor, da viele Fahrer den Elektromodus nur selten nutzten.
Die Zollerhöhung setzt die EU unter erhöhten Druck, den Handelskonflikt beizulegen. Peters Äußerungen unterstreichen sowohl die wirtschaftlichen Risiken als auch die Herausforderungen bei der Einführung von Elektroautos. Sein Appell für eine schärfere Überwachung von Hybriden spiegelt die anhaltenden Bedenken hinsichtlich des Tempos der grünen Mobilitätswende wider.






