19 February 2026, 18:02

Ukrainischer Pazifist wirft Geheimdienst gezielte Desinformation vor

Eine Gruppe von Männern in Militäruniformen, einige mit Helmen und Waffen, geht eine Straße mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund entlang, das Bild ist leicht unscharf.

Ukrainischer Pazifist wirft Geheimdienst gezielte Desinformation vor

Der Leiter der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung hat dem ukrainischen Militärgeheimdienst vorgeworfen, falsche Behauptungen über Friedensaktivisten zu verbreiten. Yuriy Shelyazhenko bezeichnete die Vorwürfe als "dreiste Desinformation", die darauf abziele, die europäische Friedensbewegung zu untergraben. Seine Äußerungen folgen auf eine aktuelle Warnung des HUR vor möglicher politischer Einflussnahme auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Der HUR hatte in einem Artikel drei Personen namentlich genannt, die angeblich im Auftrag Moskaus die Friedensbewegung steuern sollen. Zwei dieser Personen sind bereits mit einem Einreiseverbot für die EU belegt, während die dritte nach Russland zurückgekehrt ist. Shelyazhenko wies die Anschuldigungen zurück und betonte, Pazifisten unterstützten keine russische Aggression – die alleinige Verantwortung für den Krieg liegt bei Russland.

Zudem kritisierte er die zunehmende Stigmatisierung von Pazifisten in der Ukraine und warnte davor, dass Militarismus zur verpflichtenden Staatsideologie werde. Stattdessen plädierte er für den Ausbau ziviler Widerstandsstrukturen und verwies auf bestehende Initiativen wie die "Unsichtbare Armee" für Sabotageausbildung, das Logistiknetzwerk "Hayil" und die "Stand with Ukraine"-Koalition für EU-Lobbyarbeit.

Seit dem großangelegten russischen Überfall 2022 hat die ukrainische Zivilgesellschaft dezentrale Netzwerke für nichtmilitärischen Widerstand aufgebaut. Shelyazhenko ist überzeugt, dass Staaten stärker in gesellschaftliche Resilienz und gewaltfreie Verteidigungsstrategien investieren sollten, statt sich allein auf militärische Lösungen zu verlassen.

Der Streit eskaliert vor dem Hintergrund wachsender Spannungen um die Rolle des Pazifismus im kriegsgebeutelten Ukraine. Shelyazhenkos Kritik am HUR spiegelt breitere Sorgen über den Umgang mit Kriegsgegner:innen wider. Gleichzeitig deuten die Warnungen des HUR auf anhaltende Überprüfungen ausländischer Einflüsse in europäischen Sicherheitsdebatten hin.