USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik
Philipp KochUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt hat Kritik von deutschen Politikern und Militärfachleuten ausgelöst. Manche befürchten eine Schwächung der Sicherheitskooperation, andere halten den Abzug für unbedeutend.
Die SPD war eine der ersten Parteien, die reagierte. Die Abgeordnete Siemtje Möller bezeichnete die Drohungen von Präsident Trump als unberechenbar und nannte den teilweisen Truppenabzug „strategisch unbegründet“. Sie betonte, dass die US-Streitkräfte eine zentrale Rolle für die gemeinsamen Sicherheitsinteressen spielten.
Der CDU-Politiker Jürgen Hardt teilte diese Bedenken. Er warnte, die Verringerung der Truppen untergrabe jahrzehntelange konventionelle Abschreckung. Hardt verwies zudem auf die übergeordnete Bedeutung der US-Militärpräsenz und nannte Einrichtungen wie das EUCOM und die Ramstein Air Base.
Der Militärfachmann Carlo Masala brachte ein weiteres Problem ins Spiel. Er argumentierte, dass die Streichung einer für 2024 geplanten Stationierung von US-Waffen in Mainz-Kastel ein weitaus schwerwiegenderes Problem darstelle. Masala zufolge entsteht dadurch eine kritische Lücke in der Abschreckung gegenüber Russland.
Sören Pellmann von der Linken nahm eine gegensätzliche Position ein. Er abtat den Abzug als „viel Lärm um nichts“ und wiederholte die langjährige Forderung seiner Partei, alle US-Militärstandorte in Deutschland zu schließen. Pellmann wies außerdem darauf hin, dass allein in Rheinland-Pfalz rund 6.500 Deutsche direkt für die US-Streitkräfte arbeiteten.
Der geplante Abzug der US-Truppen hat die unterschiedlichen Haltungen in der deutschen Politik offenbart. Während die einen darin eine Bedrohung für die Sicherheit sehen, halten andere das Problem für überbewertet. Die Absage des Waffenabkommens für Mainz-Kastel gibt Militärfachleuten zusätzlichen Anlass zur Sorge.






