VdK warnt vor Altersarmut: Regierung plant Kürzungen bei Rente und Krankengeld
Finn HerrmannVdK warnt vor Altersarmut: Regierung plant Kürzungen bei Rente und Krankengeld
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat scharf die Pläne der Regierung kritisiert, die gesetzliche Rente und das Krankengeld zu kürzen. VdK-Präsidentin Verena Bentele bezeichnete die Vorhaben als ungerecht und warnte, dass vor allem Geringverdiener und chronisch Kranke besonders hart getroffen würden. Ihre Äußerungen fallen vor eine Kabinettssitzung am Mittwoch, in der die umstrittenen Reformen beraten werden sollen.
Bentele verurteilte den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, die gesetzliche Rente zu senken, als "zynisch und realitätsfremd". Eine solche Maßnahme würde das Rentensystem abwerten und mehr Menschen in die Altersarmut treiben, argumentierte sie. Laut Bentele können sich 38 Prozent der Beschäftigten keine private Altersvorsorge leisten – sie wären damit besonders gefährdet, falls staatliche Leistungen gekürzt würden.
Auch die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken, das Krankengeld zu reduzieren, stieß beim VdK auf Ablehnung. Bentele warnte, dass dies chronisch Kranke und einkommensschwache Menschen unverhältnismäßig belasten würde. Zudem kritisierte sie die Streichung der beitragsfreien Familienversicherung für Angehörige, einen zentralen Punkt des Entwurfes zur Gesundheitsreform.
Um die Finanzierungslücken zu schließen, schlug Bentele vor, die Beiträge von Besserverdienern zu erhöhen. Sie regte an, die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an die der Rentenversicherung anzugleichen. Darüber hinaus forderte sie, dass der Staat die ungedeckten Gesundheitskosten für Bürgerinnen und Bürger übernehme, die Grundsicherung beziehen.
Der Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums soll in dieser Woche im Kabinett beraten werden, doch mehrere Punkte sind weiterhin heftig umstritten. Die geplanten Kürzungen bei Rente und Krankengeld haben bei Sozialverbänden massiven Widerstand ausgelöst. Benteles Warnungen unterstreichen die Sorge vor einem steigenden Armutsrisiko für besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen. Die Entscheidung des Kabinetts am Mittwoch wird zeigen, ob die Reformen wie geplant vorankommen.






