Wehrpflicht kehrt 2026 zurück: Was junge Menschen in Bayern jetzt wissen müssen
Philipp KochMilitärdienst: Evangelische Kirche berät Jugendliche - Wehrpflicht kehrt 2026 zurück: Was junge Menschen in Bayern jetzt wissen müssen
Ab Januar 2026 führt Deutschland die Wehrpflicht schrittweise wieder ein. Fragebögen werden an junge Menschen verschickt, die im Jahr 2008 geboren wurden – darin geht es um persönliche Daten und die Bereitschaft zum Wehrdienst. Gleichzeitig wendet sich die evangelische Kirche in Bayern mit einer Orientierungshilfe an ihre jungen Mitglieder.
Die Bundeswehr wird ab Mitte Januar rund 22.000 junge Männer und Frauen anschreiben. Männer sind gesetzlich zur Antwort verpflichtet, Frauen können sich freiwillig äußern. In den Formularen werden Angaben zu Gesundheit, Fitness, Bildung, Führerschein sowie ein mögliches Interesse am Militärdienst abgefragt.
Das neue Wehrpflichtgesetz zielt darauf ab, die aktiven Streitkräfte Deutschlands bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern. Zusätzlich sind 200.000 Reservisten geplant. Neben den Schreiben der Bundeswehr erhalten evangelische Jugendliche in Bayern eine separate Botschaft von Bischof Christian Kopp. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern verschickt etwa 22.000 Briefe an betroffene junge Gemeindemitglieder. Kopps Schreiben wirbt weder für noch gegen den Dienst, sondern ruft zu einer gewissenhaften Prüfung des eigenen Gewissens auf. Es thematisiert die ethischen Konflikte und Risiken des Militärdienstes – etwa mögliche Gefahren für sich selbst oder andere.
Der Prozess beginnt im Januar mit den Fragebögen, die sich an den Jahrgang 2008 richten. Die evangelische Kirche in Bayern bietet Begleitung an, um den jungen Menschen die Entscheidung zu erleichtern. Langfristig strebt das Militär bis Mitte der 2030er-Jahre eine größere und schlagkräftigere Truppe an.