Wero startet in Deutschland – kann der neue Bezahldienst gegen US-Konkurrenz bestehen?
Finn HerrmannWero startet in Deutschland – kann der neue Bezahldienst gegen US-Konkurrenz bestehen?
Neuer Bezahldienst Wero betritt deutschen Markt – doch die Abhängigkeit von US-Anbietern bleibt hoch
Der neue Bezahldienst Wero startet in Deutschland zu einer Zeit, in der die Abhängigkeit von US-amerikanischen Anbietern weiterhin groß ist. Die App, die ein Smartphone und den Zugriff auf Kontakte voraussetzt, sieht sich jedoch Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit ausgesetzt. Einige Banken schränken ihre Nutzung bereits ein – es sei denn, Kunden hinterlegen eine Mobilfunknummer und gewähren Zugriff auf ihre Kontakte.
Weros Markteintritt erfolgt, während der deutsche Zahlungsverkehr nach wie vor stark von US-Unternehmen dominiert wird. Allein PayPal zählt hierzulande 35 Millionen Nutzer:innen, und ein größerer Ausfall im August 2021 hatte zur Folge, dass Hunderttausende keine Transaktionen durchführen konnten. Der Verbraucherschützer Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern warnt vor dieser Abhängigkeit als Risiko für die europäische Finanzsouveränität.
Doch auch Wero selbst könnte vor Unsicherheiten stehen. Zwar sollen die Server des Dienstes in der EU angesiedelt sein, doch Teile der Website nutzen Anbieter, die US-Recht unterliegen. Ein mögliches Verbot amerikanischer Dienste könnte die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen – das genaue Ausmaß bleibt jedoch unklar.
Aktuell beschränkt sich Wero auf private Überweisungen zwischen Privatpersonen. Straub betont, dass der Dienst sein Angebot erweitern müsse, um mehr Nutzer:innen zu gewinnen. Gleichzeitig hofft er auf eine generelle Hinwendung zu europäischen Alternativen im Zahlungsverkehr.
Ob Wero sich durchsetzen kann, hängt davon ab, ob es technische und regulatorische Hürden überwinden kann. Der Dienst muss nicht nur die Einschränkungen einiger Banken umschiffen, sondern auch in einem von US-Riesen dominierten Markt seine Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Ob es über einfache Transaktionen hinauswächst, wird seinen Platz in der deutschen Zahlungslandschaft entscheiden.






