Wie ein Banker die Füssener Siedlungsgenossenschaft vor dem Kollaps rettete
Finn HerrmannWie ein Banker die Füssener Siedlungsgenossenschaft vor dem Kollaps rettete
1999 stand die Füssener Siedlungsgenossenschaft am Rande des finanziellen Ruins. Millionen Schulden, fast 100 verfallene Wohnungen und steigende Verluste durch ausbleibende Mieteinnahmen bedrohten ihr Überleben. Doch dann griff Martin Haf ein und rettete die angeschlagene Genossenschaft.
Damals war Haf Vorstand der Kreissparkasse Ostallgäu. Er übernahm die Führung der Genossenschaft und setzte einen langfristigen Sanierungsplan in Gang. Sein Ansatz zielte darauf ab, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten – nicht auf Gewinnmaximierung.
In den folgenden Jahren wurden über 500 Wohnungen vor dem Verfall bewahrt. Unter seiner Leitung blieb die durchschnittliche Kaltmiete bei nur 5,70 Euro pro Quadratmeter. Dieses Bekenntnis zur Bezahlbarkeit wurde zum Markenzeichen seiner Amtszeit.
Mit 78 Jahren hat Haf die Genossenschaft fast ein Vierteljahrhundert lang geführt. Doch Altersgrenzen in der Satzung verhindern eine erneute Kandidatur bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 20. November.
Hafs Abschied markiert das Ende einer Ära für die Füssener Siedlungsgenossenschaft. Seine Führung riss die Genossenschaft aus der Krise und rettete Hunderte Wohnungen. Das nächste Kapitel beginnt ohne den Mann, der die Finanzen stabilisierte und die Mieten niedrig hielt.






