18 February 2026, 08:02

Wie Münchner Startups Unternehmen helfen, Energiekosten schneller zu amortisieren

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem Text.

Wie Münchner Startups Unternehmen helfen, Energiekosten schneller zu amortisieren

Zwei Münchner Startups, Lumera und Cleverwatt, helfen gewerblichen und industriellen Unternehmen dabei, ihre Energiekosten mit maßgeschneiderten Lösungen zu senken. Aktuelle Änderungen im deutschen Energierecht haben Batteriespeichersysteme deutlich erschwinglicher gemacht und die Amortisationszeiten auf etwa fünf Jahre verkürzt.

Beide Unternehmen konzentrieren sich auf die Optimierung des Energieverbrauchs, gehen dabei jedoch unterschiedliche Wege – das eine mit datenbasierter Planung, das andere durch praxisnahe Ingenieurskompetenz.

Lumeras Plattform hat bereits über 2.500 Projekte unterstützt und dabei zwischen 15.000 und 20.000 detaillierte Analysen erstellt. Kunden wie Sonnen, Enpal und die Deutsche Bahn nutzen das Tool, um Speicherprojekte zu verfeinern. Der Prozess beginnt mit der Eingabe einer Adresse und des Lastprofils, gefolgt von Daten zu Netzentgelten und Strompreisen. Daraufhin berechnet das System die optimale Speichergröße und identifiziert Einsparpotenziale.

Das Unternehmen bietet zudem ein Portfolio-Vergleichstool an, das Installateuren hilft, reale Batteriesysteme passgenau auf spezifische Projektanforderungen abzustimmen. Dies motiviert Lieferanten, ihr Produktangebot zu erweitern. Langfristig plant Lumera, über die reine Planung hinauszugehen und Flexibilität durch eine prognosebasierte Steuerung von Speicherbetrieb monetarisierbar zu machen.

Cleverwatt hingegen setzt auf einen praxisorientierteren Ansatz. Das hauseigene Ingenieurteam entwickelt maßgeschneiderte Energiemanagementsysteme und vermeidet Standardlösungen. Durch die Analyse des Lastprofils eines Unternehmens identifiziert das Team Möglichkeiten, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Ihre Expertise stellt sicher, dass jedes System exakt auf die Bedürfnisse mittelständischer Industrie- und Gewerbebetriebe zugeschnitten ist.

Diese Entwicklungen fallen mit regulatorischen Erleichterungen zusammen, die Batteriespeicher in Deutschland deutlich attraktiver gemacht haben. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 (EEG 2021) strich Netzentgelte und Stromsteuern für Speicherbetreiber. Das Energiespeichergesetz 2023 hob anschließend die verbleibenden Abgaben auf gespeicherten Strom auf. Zusammen mit Steuerreformen aus dem Jahr 2022, die eine schnellere Abschreibung (über fünf Jahre) ermöglichen, haben diese Änderungen die Betriebskosten spürbar gesenkt. In Verbindung mit den steigenden Schwankungen der Großhandelstrompreise liegen die Amortisationszeiten für gewerbliche und industrielle Speicherlösungen bis 2025–2026 bei etwa fünf Jahren.

Mit regulatorischer Unterstützung und fortschrittlichen Tools stehen Unternehmen nun vor geringeren Hürden bei der Einführung von Batteriespeichern. Lumeras datengetriebene Plattform und Cleverwatts Ingenieurswissen bieten klare Wege zu Kosteneinsparungen. Angesichts eines unberechenbaren Energiemarktes wird erwartet, dass dieser Trend an Fahrt gewinnt, da immer mehr Unternehmen ihren Energieverbrauch optimieren wollen.