02 April 2026, 14:01

Wie Thüringen mit Schulworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt kämpft

Karte von Australien, die den Prozentsatz von minderjährigen Teenagern je Bundesstaat in Rot hervorhebt, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Minderjährige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden."

Wie Thüringen mit Schulworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt kämpft

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland, wie aktuelle Studien zeigen. Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen setzte sich zum Ziel, das Problem mit Schulworkshops zu bekämpfen – und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Besonders in den Fokus der Öffentlichkeit rückte das Thema durch prominente Fälle, darunter die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwischen 2021 und 2024 leitete die Expertin Yasmina Ramdani Präventionsworkshops an Thüringer Schulen, vor allem für Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Mit interaktiven Methoden wie Bingokarten übersetzte sie digitale Erlebnisse in alltagsnahe Diskussionen. Ihr Ansatz zielte darauf ab, die Risiken im Netz greifbarer und besser bewältigbar zu machen.

Viele Vorfälle ereignen sich in Freundeskreisen oder Klassenchats – oft aus Naivität oder mangelnder Medienkompetenz. Auch Cybergrooming, bei dem Täter gezielt über Chats Minderjährige ansprechen, nimmt zu: Schätzungen zufolge könnte bis 2025 fast jedes vierte Kind davon betroffen sein. Eltern und Lehrkräfte kommen dabei eine Schlüsselrolle zu, doch viele fühlen sich überfordert.

Ramdani betont, dass der Schutz von Kindern vor allem von Begleitung durch Erwachsene und offenen Gesprächen über Grenzen abhängt. Lehrkräfte berichten besonders häufig von Unterstützungsbedarf, da die vorhandenen Ressourcen die Nachfrage bei Weitem nicht decken. Gleichzeitig wird diskutiert, inwieweit Tech-Plattformen in der Verantwortung stehen – deren gewinnorientierte Geschäftsmodelle begünstigen solche Gewalt oft erst.

Das Pilotprojekt in Thüringen hat gezeigt, wie dringend flächendeckende Präventionsmaßnahmen sind, auch wenn unklar bleibt, wie viele ähnliche Initiativen es bundesweit gibt. Schulen, Eltern und Plattformen müssen an einem Strang ziehen, um das wachsende Problem einzudämmen. Ohne bessere Aufklärung und Unterstützung wird digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen weiter zunehmen.

Quelle