Wirtschaftsberater Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Philipp KochWirtschaftsberater Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen
Deutschlands führender Wirtschaftsberater Achim Truger warnt vor einem drohenden Preisschock durch den Golfkonflikt. In einem aktuellen Beitrag für das Magazin Surplus fordert er dringende makroökonomische Maßnahmen, um eine Verschärfung der Krise zu verhindern. Seine Vorschläge umfassen die Aussetzung der Schuldenregeln sowie gezielte Preisobergrenzen, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten.
Im Mittelpunkt von Trugers Plan steht die Aktivierung der Notfallklausel der Schuldenbremse. Dadurch könnten zeitlich befristete Hilfen gewährt werden, ohne die langfristige Staatsverschuldung zu erhöhen. Zudem schlägt er einen steuer- und sozialabgabenfreien Inflationsbonus vor, um Einmalzahlungen zu fördern und so die Belastung für Arbeitnehmer und Betriebe zu verringern.
Um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, plädiert Truger für eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierung und Sozialpartnern. Zu seinen Empfehlungen gehören die Wiedereinführung von Preisdeckeln für Gas, Öl und Strom – bei gleichzeitiger Beibehaltung von Anreizen zum Sparen. Nur der Grundbedarf soll subventioniert werden, um Verschwendung zu vermeiden.
Für EU-Länder mit begrenztem finanziellen Spielraum regt Truger eine gemeinsame Lösung nach dem Vorbild des NextGenerationEU-Aufbaufonds an. Während der Pandemie ermöglichte dieser Mechanismus gemeinsame Kreditaufnahmen der EU, um bedürftigen Mitgliedstaaten Zuschüsse und Darlehen zu gewähren. Eine Neuauflage könnte schwächeren Volkswirtschaften helfen, die aktuelle Krise zu bewältigen, ohne nationale Haushalte zu überlasten.
Trugers Warnungen unterstreichen die Gefahr eines breiteren Wirtschaftsabschwungs, falls die Inflation außer Kontrolle gerät. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Preise zu stabilisieren, einkommensschwache Haushalte zu unterstützen und unnötige Zinserhöhungen zu vermeiden. Ohne abgestimmtes Handeln, so seine Argumentation, drohe der globalen Wirtschaft eine weitere schwere Krise.






