26 February 2026, 12:04

Wohnungsnot in Deutschland: Warum Mieten explodieren und Neubauten fehlen

Ein detaillierter alter Stadtplan von Weimar, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Sehenswürdigkeiten und Straßen der Stadt bereitstellt.

Ifo: Strenger Mietbremse verschärft Wohnungsmangel - Wohnungsnot in Deutschland: Warum Mieten explodieren und Neubauten fehlen

Deutschlands Wohnungsmarkt gerät unter zunehmenden wirmachendruck, da der Bau neuer Wohnungen stockt und die Mieten explodieren. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der genehmigten Wohnprojekte zurückgegangen – besonders im geförderten Wohnungsbau. Die seit 2022 gestiegenen Zinsen haben die Nachfrage nach Neubauten zusätzlich gedämpft, sodass viele Haushalte kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.

Eine aktuelle Analyse unterstreicht die angespannte Lage am Wohnungsmarkt. Zwar erreichen Städte wie Wiesbaden weiterhin ihre jährlichen Bauziele von rund 1.200 neuen Wohneinheiten, doch die Zahl der geförderten Wohnungen ist gesunken. Die Umsätze im Baugewerbe stiegen im letzten Berichtszeitraum nur um 3,4 Prozent – ein schwacher Aufschwung nach der fast vollständigen Stagnation zwischen 2016 und 2021. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Nordrhein-Westfalen bis Dezember 2025 einen Anstieg der Maschinenbestellungen um 14 Prozent verzeichnet, liegt der Zuwachs in Bayern bei nur 6 Prozent.

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Clemens Fuest, Präsident des Münchner ifo Instituts, warnt, dass verschärfte Mietpreisbremse die Krise verschlimmern würden. Seiner Ansicht nach hemmen staatliche Mietobergrenzen den Neubau und erstarren den Markt. Derzeit liegen die Mieten für Neubauten im Schnitt 30 Prozent über denen für Bestandswohnungen; in besonders begehrten Städten beträgt der Aufschlag fast 50 Prozent. Diese Preiskluft zwingt viele Haushalte, in zu großen Wohnungen zu bleiben – ein Umzug würde sie an anderen Orten deutlich höhere Mieten kosten.

Fuest betont, dass Mietdeckel den Druck nicht mindern, sondern die Wohnungsnot verschärfen und die Mobilität von Arbeitnehmern einschränken. Stattdessen plädiert er für mehr Neubau und eine effizientere Nutzung des bestehenden Wohnraums.

Der Rückgang der Baugenehmigungen und die steigenden Mieten deuten auf eine weitere Verschärfung der Wohnungsmarktkrise hin. Ohne politische Kurskorrekturen rechnen Experten mit einem noch knapperen Angebot und geringerer Flexibilität für Mieter. Die Warnungen des ifo Instituts unterstreichen, dass es statt Preiseingriffen vor allem Anreize für den Wohnungsbau braucht.