20 February 2026, 22:04

Zwei bayerische Dörfer kämpfen mit ungewöhnlichen Problemen vor den Kommunalwahlen 2025

Die Titelseite der französischen Zeitung Les Élections Municipales, mit einem weißen Hintergrund und Text über Kommunalwahlen.

Zwei bayerische Dörfer kämpfen mit ungewöhnlichen Problemen vor den Kommunalwahlen 2025

Zwei bayerische Dörfer stehen vor den Kommunalwahlen 2025 vor einer seltenen Wahlkonstellation. In Ingenried kandidiert niemand für das Bürgermeisteramt, während in Untrasried der einzige Bewerber erklärt hat, das Amt im Falle einer Bundestagswahl nicht antreten zu können. Ralf Kinkel, der leitende Regierungsdirektor für den Landkreis Ostallgäu, hat die rechtlichen Möglichkeiten in solchen Fällen erläutert.

In Ingenried werden die Wähler auf dem Stimmzettel keine Namen für die Bürgermeisterwahl vorfinden. Wie Kinkel betont, hindert dies jedoch nicht an der Durchführung der Wahl. Das Gesetz sehe vor, dass auch ein nicht offiziell registrierter Kandidat durch eine Briefwahl – also eine persönliche Nennung auf dem Wahlschein – gewinnen könne. Er stellte jedoch klar, dass niemand gegen seinen Willen ins Amt gezwungen werden dürfe.

Untrasried sieht sich einer anderen Herausforderung gegenüber: Der einzige Kandidat des Dorfes hat bereits angekündigt, die Position im Falle einer Wahlomat zu ablehnen. Kinkel bestätigte, dass in diesem Szenario ein besonderes Verfahren greife. Die Gemeinde müsse entweder eine Neuwahl abhalten oder einen kommissarischen Bürgermeister ernennen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei.

Obwohl keine genauen Zahlen vorliegen, hat es in Bayern in den vergangenen fünf Jahren ähnliche Fälle gegeben. Die Landesbehörden veröffentlichen keine umfassenden Statistiken zu Wiederholungswahlen, die durch fehlende oder ungeeignete Kandidaten ausgelöst werden. Stattdessen werden solche Situationen von den einzelnen Kommunen im Einzelfall geregelt.

Beide Dörfer müssen nun ihre jeweiligen Wahlhürden bewältigen. Ingenrieds Bürger können einen Bürgermeister per Briefwahl bestimmen, während Untrasried voraussichtlich eine neue Abstimmung oder eine vorübergehende Amtsbesetzung benötigen wird. Kinkels Hinweise sorgen dafür, dass das Verfahren rechtmäßig bleibt – die konkreten Lösungen hängen jedoch von den lokalen Entscheidungen ab.