Bayerns CO₂-Ausstoß sinkt 2024 – doch Klimaziele bleiben in weiter Ferne
Philipp KochWo in Bayern die meisten Treibhausgase emittiert werden - Bayerns CO₂-Ausstoß sinkt 2024 – doch Klimaziele bleiben in weiter Ferne
Bayerns Treibhausgasemissionen sanken 2024 um 2,5 Prozent und setzten damit den stetigen Rückgang seit 2020 fort. Der Freistaat stieß insgesamt 81,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente aus, steht aber weiterhin vor Herausforderungen, um seine langfristigen Klimaziele zu erreichen.
Der Verkehrssektor blieb mit 30 Prozent der Gesamtemissionen die größte Quelle in Bayern. Trotz eines Rückgangs um 1,8 Prozent im Jahr 2024 liegt der Bereich weiterhin vor anderen Branchen beim Ausstoß klimaschädlicher Gase.
An zweiter Stelle folgte der Gebäudesektor, der für 21 Prozent der Emissionen verantwortlich war. Hier gab es 2023 einen Rückgang um 2,9 Prozent – ein Zeichen für langsame, aber stetige Fortschritte. Die Landwirtschaft verursachte 17 Prozent der Emissionen und verzeichnete einen bescheidenen Rückgang um 1,6 Prozent, während der Energiesektor 14 Prozent ausmachte und seine Emissionen um 2,6 Prozent reduzierte.
Die Industrie erzielte jedoch 2024 den stärksten Rückgang und senkte ihre Emissionen um 4,3 Prozent. Dieser Sektor trägt nun knapp 17 Prozent zu den bayerischen Gesamtemissionen bei. Der Abfall- und Abwassersektor verzeichnete dagegen die deutlichste langfristige Verbesserung: Seit 1990 wurden die Emissionen um über 81 Prozent gesenkt. Heute macht dieser Bereich weniger als 1 Prozent der Gesamtemissionen des Freistaats aus.
Bayern strebt an, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Mit derzeit 6,1 Tonnen pro Kopf liegt der Freistaat jedoch noch deutlich über dem Zielwert von 3,5 Tonnen. Detaillierte öffentlich zugängliche Daten zu Emissionen auf lokaler Ebene fehlen, doch Regionen wie München und Ingolstadt – Standorte großer Industrie- und Automobilzentren – zählen in der Regel zu den Spitzenreitern beim Ausstoß.
Die Zahlen für 2024 zeigen Fortschritte in mehreren Schlüsselsektoren, insbesondere in der Industrie und im Abfallmanagement. Dennoch bleiben Verkehr und Gebäude erhebliche Hindernisse für Bayerns Klimastrategie. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, sind in allen Wirtschaftsbereichen deutlich tiefgreifendere Einschnitte notwendig.