15 February 2026, 06:02

Brexit-Nachspiel: Starmer und von der Leyen suchen neue Sicherheitspartnerschaft mit Europa

Eine alte Europakarte mit dem Umfang des britischen Empire im Hintergrund, gerahmt in einem Fotoраhmen, mit der Aufschrift "Karte von Europa mit ihren politischen Teilungen".

Brexit-Nachspiel: Starmer und von der Leyen suchen neue Sicherheitspartnerschaft mit Europa

Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum signalisierten britische und EU-Führungskräfte eine Annäherung. Bei einem jüngsten Gipfeltreffen in London betonten beide Seiten die Notwendigkeit einer vertieften Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und wirtschaftliche Stabilität. Der Kurswechsel erfolgte vor dem Hintergrund wachsender globaler Bedrohungen und der Dringlichkeit einer geschlossenen Haltung.

Das Treffen markierte den ersten UK-EU-Gipfel seit dem Brexit, bei dem es vor allem um gemeinsame Herausforderungen und den Wiederaufbau von Partnerschaften ging.

Im Mai trafen sich der britische Premierminister Keir Starmer und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in London zum ersten offiziellen UK-EU-Gipfel seit dem Referendum von 2016. Die russische Aggression und weitere Sicherheitsrisiken dominierten die Tagesordnung. Zwar wurden keine verbindlichen Abkommen geschlossen, doch beide Seiten anerkannten die Notwendigkeit einer engeren Kooperation.

Von der Leyen forderte eine stärkere Abstimmung in den Bereichen Sicherheit, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Schutz demokratischer Werte. Starmer unterstützte dies und betonte die Bedeutung militärischer Stärke sowie einer gemeinsamen industriellen Grundlage für die Rüstungsproduktion. Gleichzeitig warnte er, dass Großbritannien bereit sein müsse, Aggressionen zu begegnen, um die Abschreckung aufrechtzuerhalten.

Einen Monat später, im Juni 2025, einigten sich das Vereinigte Königreich und Spanien auf ein neues Abkommen zu Gibraltar, das langjährige Spannungen nach dem Brexit beilegte. Die Vereinbarung lockerte Grenzrestriktionen und verbesserte die Zusammenarbeit in der Region.

Die Bemühungen um eine Wiederannäherung beschränken sich nicht auf die Politik. Großbritannien trat dem Erasmus+-Studierendenaustauschprogramm wieder bei – wenn auch mit finanziellen Beiträgen und eingeschränkter Mobilität im Vergleich zur Zeit vor dem Brexit. Unterdessen laufen die Verteidigungsgespräche im Rahmen der SAFE-Initiative weiter, die eine gemeinsame industrielle Basis für die Rüstungsproduktion schaffen soll.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 diskutierten Starmer und von der Leyen erneut über Sicherheitsstrategien. Der französische Präsident Emmanuel Macron nutzte die Veranstaltung, um für ein unabhängigeres europäisches Verteidigungskonzept außerhalb der NATO zu werben. NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte jedoch, dass ein starkes Europa die transatlantische Allianz stärken und nicht schwächen werde.

Das vergangene Jahr brachte schrittweise Fortschritte bei der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU – von der Verteidigungskooperation bis zu Bildungsaustauschprogrammen. Zwar bleiben die Absprachen largely absichtserklärend, doch der Fokus auf Sicherheit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit spiegelt ein gemeinsames Bewusstsein für globale Herausforderungen wider. Weitere Gespräche sind zu erwarten, während beide Seiten versuchen, Unabhängigkeit und kollektives Handeln in Einklang zu bringen.