30 January 2026, 08:01

Dynamische Strompreise lenken Ladezeiten von E-Autos – und entlasten das Netz

Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge auf einem Parkplatz, umgeben von verschiedenen Geräten, Hinweistafeln, Vegetation, Absperrungen und Verkehrskegeln, mit einer Brücke im Hintergrund bei bewölktem Himmel.

Dynamische Strompreise lenken Ladezeiten von E-Autos – und entlasten das Netz

Ein aktueller Feldversuch hat gezeigt, wie dynamische Netzentgelte Besitzer von Elektroautos (E-Autos) dazu motivieren können, ihre Fahrzeuge zu Zeiten zu laden, die die Belastung des Stromnetzes verringern. Im Rahmen des Projekts 'Grids & Benefits', das von UnternehmerTUM geleitet wurde, wurde dieser Ansatz mit Tausenden Kunden in ganz Deutschland erprobt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das System dazu beitragen könnte, den Energiebedarf besser zu steuern und gleichzeitig die Kosten für die Fahrer zu senken.

Das Projekt lief von März bis Dezember 2025 und umfasste ein interdisziplinäres Team aus Netzbetreibern, Energieversorgern, Automobilherstellern und Forschern. Ihr Ziel war es zu demonstrieren, wie flexible Preismodelle netzfreundliches Laden fördern können.

In einem Teil des Versuchs nahmen 500 Kunden von The Mobility House und Octopus Energy an einem Programm für das gebrauchtwagen zu Hause teil. Die Netzbetreiber setzten viertelstündliche Netzentgelte fest, die sich am regionalen Bedarf orientierten. Das Ergebnis war deutlich: 70 Prozent der Ladevorgänge – und 20 Prozent des gesamten verbrauchten Stroms – wurden in Zeiten verlegt, in denen das Netz weniger ausgelastet war.

Parallel dazu testete Maingau Energie einen ähnlichen Ansatz an öffentlichen gebrauchtwagen mit 10.600 Kunden. Über die App 'Autostrom' wurden Fahrer über günstigere Zeitfenster informiert, wobei einige Nutzer Preisnachlässe von bis zu 20 Cent pro Kilowattstunde erhielten. Dadurch verlagerten sich 10 Prozent der Ladevorgänge in preiswertere, netzschonendere Phasen.

Um das System flächendeckend einzuführen, müsste die im Projekt entwickelte Prozesskette in die bestehenden Marktkommunikationssysteme integriert werden. Dies würde es den Verteilnetzbetreibern ermöglichen, die Entgelte dynamisch an die aktuelle Auslastung und Staukosten anzupassen.

Der Versuch belegte, dass dynamische Preisgestaltung beeinflussen kann, wann und wo E-Auto-Fahrer ihre Fahrzeuge aufladen. Durch die Verlagerung der Nachfrage in schwächere Lastzeiten könnte der Ansatz Netzengpässe reduzieren und die Kosten für die Verbraucher senken. Der nächste Schritt bestünde darin, die Technologie auf die gesamten deutschen Energienetze auszuweiten.