Energiewende scheitert an Chaos: 24 Behörden, null Koordination – und Milliardenkosten
Elias FrankeEnergiewende scheitert an Chaos: 24 Behörden, null Koordination – und Milliardenkosten
Deutschlands Energiewende steht wegen hoher Kosten und mangelhafter Steuerung in der Kritik
Ein Bericht des Bundesrechnungshofs (BRH), der deutschen Bundesprüfstelle, deckt gravierende Ineffizienzen bei der Umsetzung des Projekts auf. Obwohl seit 2012 jährlich fast 55 Milliarden Euro in die Energiewende fließen, fehlt es an abgestimmter Planung und wirksamer Kontrolle.
Die Untersuchung des BRH ergab, dass 24 verschiedene Behörden in die Energiewende eingebunden sind. Statt zusammenzuarbeiten, agieren viele unabhängig voneinander – teilweise sogar mit gegenläufigen Zielen. Diese Zersplitterung führt zu doppelter Arbeit und unnötigen Mehrkosten.
Der Bericht stellt zudem fest, dass kein einziges Ministerium einen vollständigen Überblick über das Gesamtprojekt hat. Der BRH kritisiert dieses Koordinationsdefizit als Hauptgrund für die Ineffizienz. Allerdings blieb eine der größten Kostentreiber unberücksichtigt: die Fördermittel der staatlichen KfW-Bank. Zwar liefert die Analyse wertvolle Argumente für Kritiker der Energiewende, konkrete Vorschläge zur Kostensenkung unterbreitet der Rechnungshof jedoch nicht. Statt klarer Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Effizienz bleibt der Bericht vage.
Craig Morris, Hauptautor des Buchs „German Energy Transition“ und Direktor von Petite Planète, hat bereits früher auf ähnliche strukturelle Probleme beim Ausbau der erneuerbaren Energien hingewiesen. Wann die Empfehlungen des BRH veröffentlicht werden und ob sie umgesetzt werden, bleibt vorerst unklar.
Der Bericht bestätigt damit langjährige Schwachstellen im Management der Energiewende. Mit 24 beteiligten Stellen ohne zentrale Steuerung entstehen weiterhin vermeidbare Kosten. Ohne gezielte Reformen dürften sich die identifizierten Ineffizienzen weiter verschärfen.