11 January 2026, 04:02

Erich März – der schillernde Visionär des TSV 1860 München ist tot

Ein Sportler posiert für ein Foto, trägt ein T-Shirt mit verschiedenen Sponsorennamen.

Erich März – der schillernde Visionär des TSV 1860 München ist tot

Erich März, eine schillernde und einflussreiche Persönlichkeit in der Geschichte des TSV 1860 München, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Sein Tod am 20. Dezember 2025 markiert das Ende einer Ära für den Verein, in dem er während des ambitionierten Aufstiegs in den 1960er-Jahren eine Schlüsselrolle spielte. Bekannt für sein Netzwerktalent und seine kühnen Ideen, hinterließ März einen bleibenden Eindruck auf die Identität und das Marketing des Teams.

In den 1960er-Jahren wurde März zu einer treibenden Kraft hinter 1860 München – einer Zeit, in der der Verein nach dem Aufstieg in die Bundesliga große Ziele verfolgte. Er übernahm die Kontrolle über die Merchandising-Rechte, ein ungewöhnlicher Schritt in einer Ära, in der Sportmarketing noch in den Kinderschuhen steckte. Sein Selbstbewusstsein und seine Vision prägten die Ausrichtung des Vereins und brachten ihm den Ruf eines inoffiziellen PR-Managers während der wilden, prägenden Jahre ein.

Eine seiner meistdiskutierten Ideen war das mit dem 1860-Logo bedruckte Toilettenpapier – ein gewagter Marketingstreich, der zwar produziert, letztlich aber nicht umgesetzt wurde. Nicht alle seine Projekte waren von Erfolg gekrönt, doch seine Risikobereitschaft machte ihn einzigartig. März knüpfte zudem Kontakte zu Fußballlegenden wie Franz Beckenbauer und Pelé und festigte so seinen Einfluss im Fußball. Über das Geschäftliche hinaus organisierte er ein Abschiedsspiel für den beliebten Spieler „Radi“ und zeigte damit seine persönliche Verbundenheit mit dem Team. Zwar sorgten seine Methoden mitunter für Kontroversen, doch sein Einfluss auf die Vereinsultur und die Markenbildung blieb unbestritten.

März’ Tod hinterlässt ein Erbe, das eng mit den mutigsten Jahren des TSV 1860 München verbunden ist. Sein Netzwerktalent, seine Marketingexperimente und sein Durchsetzungsvermögen halfen dabei, den Charakter des Vereins in einer entscheidenden Phase zu prägen. Der Verein wird ihn als eine Persönlichkeit in Erinnerung behalten, die Grenzen auslotete – zum Guten wie zum Schlechten.