Europa soll sich von den USA lösen – Lazard-Chef warnt vor Trumps Politik
Elias FrankeEuropa soll sich von den USA lösen – Lazard-Chef warnt vor Trumps Politik
Peter Orszag, Vorstandsvorsitzender der Investmentbank Lazard, hat Europa aufgefordert, seine Abhängigkeit von den USA zu verringern. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die EU ihre Beziehungen zu Kanada durch ein großes Verteidigungs- und Handelsabkommen ausbaut. Orszag warnte zudem vor wirtschaftlichen Risiken, die mit der Politik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verbunden seien.
Auf einem Gipfeltreffen im Juni 2025 billigten die europäischen Staats- und Regierungschefs einstimmig eine strategische Partnerschaft mit Kanada. Das Abkommen sieht 150 Milliarden Euro für gemeinsame Rüstungsprojekte im Rahmen des SAFE-Verteidigungsprogramms vor. Dennoch bleibt die Ukraine für die EU bei der Frage einer vertieften Integration vorrangig – noch vor Kanada.
Orszag drängt die EU, einem Beitritt zur asiatischen Freihandelszone zu prüfen. Seiner Meinung nach würde dieser Schritt Europa helfen, seine wirtschaftlichen Beziehungen breiter aufzustellen. Seine Aussagen stehen im Zusammenhang mit Bedenken gegenüber Trumps Vorgehen, das Orszag als 'willkürlichen Staatskapitalismus' bezeichnet.
Die Regierung unter Trump hatte während ihrer Amtszeit direkte Beteiligungen an mehreren Privatunternehmen erworben – ein für die USA ungewöhnlicher Schritt. Orszag sieht darin eine potenzielle Gefahr für die globale Wirtschaftstabilität. Gleichzeitig unterstützt er den Vorschlag des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau, ein Bündnis mittlerer Mächte zu bilden, um geopolitischen Einfluss auszugleichen.
Das neue Verteidigungs- und Handelsbündnis der EU mit Kanada markiert eine Wende in ihrer globalen Strategie. Orszags Warnungen unterstreichen die wachsende Unsicherheit über die US-Wirtschaftspolitik. Seine Vorschläge deuten auf mögliche neue Wege für Europas Handels- und Sicherheitsbündnisse hin.