15 February 2026, 02:01

Europas neues KI-Netzwerk startet: Lokale Kontrolle statt ausländischer Abhängigkeit

Ein buntes Design auf der rechten Seite mit den Wörtern "AI, Apps, IoT" darauf gegen einen weißen Hintergrund.

Europas neues KI-Netzwerk startet: Lokale Kontrolle statt ausländischer Abhängigkeit

Neues europäisches KI-Netzwerk gestartet: Arbeitsplätze, Einnahmen und technologische Souveränität sollen in Europa bleiben

Am 14. Februar 2026 wurde auf der Münchner Cybersicherheitskonferenz das EU-KI-Netzwerk (EU AI Grid) offiziell vorgestellt – eine Initiative, die künstliche Intelligenz als lokal verwaltete Infrastruktur behandeln soll, ähnlich wie Strom oder Wasser. Der erste operative Knotenpunkt ging bereits am 22. Januar 2026 in Vilnius, Litauen, in Betrieb und markiert den Start eines föderalen Systems, das den wirtschaftlichen und technologischen Nutzen von KI in Europa halten soll.

Vorgestellt wurde das Projekt von Andrius Kubilius, dem EU-Kommissar für Verteidigung und Weltraum. Er betonte, wie wichtig es für Europa sei, eigene KI-Kapazitäten aufzubauen, um die Informationshoheit zu wahren und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Aktuell errichten viele nicht-europäische Unternehmen Rechenzentren in Europa, verbrauchen vor Ort Energie und verkaufen die darauffolgenden KI-Dienstleistungen zu höheren Preisen zurück – die Kosten bleiben, der wirtschaftliche Nutzen jedoch weitgehend aus.

Das EU-KI-Netzwerk funktioniert anders: Lokale Betreiber besitzen und verwalten jeden Knotenpunkt, beschäftigen regionale Teams, legen eigene Preise fest und behalten sämtliche Einnahmen in ihren Gemeinden. Den Anfang machte Litauen mit dem Rechenzentrum Telecentras, bevor das Netzwerk auf Lettland, Estland, Finnland, Deutschland und Italien ausgeweitet wurde. Bis Ende 2026 sind diese fünf Länder als Teilnehmer bestätigt, doch eine weitere Expansion ist geplant.

Hinter der Initiative steht Embedded LLM, ein auf KI-Infrastruktur spezialisiertes Unternehmen mit Standorten in Singapur, Taiwan und Vilnius. Das Unternehmen hat unter anderem an Open-Source-Projekten wie vLLM mitgewirkt und mit TokenVisor ein Tool zur Überwachung von KI-Systemen entwickelt. Ziel ist ein dezentrales, lokal gesteuertes KI-Netzwerk, das verhindert, dass Wertschöpfung aus Europa abfließt.

Das EU-KI-Netzwerk arbeitet nun als nutzungsabhängiger Dienst: KI wird über lokale Infrastruktur bereitgestellt, während Arbeitsplätze und wirtschaftliche Vorteile in Europa bleiben. Der erste Knoten in Vilnius ist bereits aktiv, weitere Standorte in fünf Ländern sollen bis Ende 2026 folgen. Das System soll die Kontrolle von ausländischen Anbietern hin zu europäischen Betreibern verlagern – und sicherstellen, dass die KI-Entwicklung den regionalen Bedürfnissen entspricht.