Gasbohrungen in Reichling: Trinkwasser in Gefahr durch neue Grundwasser-Daten
Lara BauerGasbohrungen in Reichling: Trinkwasser in Gefahr durch neue Grundwasser-Daten
Pläne für Gasbohrungen bei Reichling lösen neue Bedenken wegen der Trinkwassersicherheit aus
Neue Daten zeigen, dass das Grundwasser mindestens dreimal schneller fließt als bisher angenommen. Diese Erkenntnis könnte den Behörden im Falle einer Verunreinigung nur noch wenige Monate Zeit lassen, um zu handeln.
Die Problematik kam ans Licht, als Saskia Reinbeck von Greenpeace Unterlagen im Wasserwirtschaftsamt Weilheim prüfte. Ihre Auswertung ergab die deutlich höheren Fließgeschwindigkeiten, die später in einem offiziellen Schreiben an die Bergbehörde bestätigt wurden. Die schnellere Bewegung des Grundwassers bedeutet, dass Schadstoffe sich rascher in Richtung der Trinkwasserquellen werden.
Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat das Bohrunternehmen scharf kritisiert, weil es wiederholt vorgeschriebene Prüfberichte nicht vorgelegt habe. Diese Berichte sind entscheidend für den Schutz der lokalen Wasserversorgung. Zudem werfen die Aufsichtsbehörden dem Unternehmen vor, systematisch zentrale Auflagen zum Umweltschutz zu ignorieren.
Unterdessen hat die Bürgerinitiative Reichling-Ludenhausen Empörung über die Verzögerungen geäußert. Sie argumentiert, dass wesentliche Anforderungen nicht erfüllt wurden und wichtige Erkenntnisse nicht zeitnah wurden. Das Bohrunternehmen erklärte, vor einem Antrag auf Abbaugenehmigung weitere Untersuchungen durchführen zu wollen – Details dazu bleiben jedoch unklar.
Weder die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) noch die zuständigen Bergbaubehörden haben in den vergangenen fünf Jahren aktuelle öffentliche Stellungnahmen zu Risikobewertungen von Gasbohrungen in der Nähe von Trinkwasserquellen abgegeben.
Die Entdeckung der höheren Grundwasserfließgeschwindigkeit wirft ernsthafte Fragen zur Sicherheit der Trinkwasserversorgung in Reichling auf. Sollten die Bohrungen voranschreiten, könnten die Behörden weit weniger Zeit haben, eine Kontamination zu verhindern, als bisher angenommen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob das Unternehmen die ausstehenden behördlichen Auflagen erfüllt und wie schnell die Verantwortlichen auf die neuen Daten reagieren.