29 December 2025, 04:02

Kampagne gegen das Verschwinden historischer Gebäude in Bayern gestartet

Mehrere Gebäude mit unterschiedlichen Höhen und Designs sind in einer städtischen Umgebung zu sehen.

Heimatschutz sucht 'Abbruch des Jahres' - Kampagne gegen das Verschwinden historischer Gebäude in Bayern gestartet

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege startet Kampagne gegen Verlust historischer Gebäude

Der Bayerischer Landesverein für Heimatpflege hat seine jährliche Aktion gestartet, um auf den Schwund historischer Bauten in der Region aufmerksam zu machen. In diesem Jahr liegt der Fokus auf traditionellen Gasthöfen, Kirchen und Wohnhäusern, die abgerissen wurden – die Öffentlichkeit ist aufgerufen, über die bedauerlichsten Verluste abzustimmen. Die Initiative soll an Bauwerke erinnern, die einst die lokale Identität prägten, heute aber für immer verschwunden sind.

Der Verein dokumentiert seit Langem den Rückgang des baulichen Erbes in Bayern. Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 1.700 Menschen an der Wahl zum „Abriss des Jahres“ und kürten ein jahrhundertealtes Handwerkerhaus in Landshut zum bedeutendsten Verlust. Für 2022 wurde zwar kein konkretes Gebäude benannt, doch die Kampagne sammelt weiterhin Beispiele verschwundener Wahrzeichen.

Besonders betroffen sind alte Gasthöfe, deren Abriss der Verein scharf kritisiert. Sie seien weit mehr als bloße Gebäude gewesen – als soziale Mittelpunkte hätten sie das Gesicht von Dörfern und Städten geprägt, heißt es. Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer des Vereins, nannte den Trend eine „Tragödie“ und verwies darauf, dass historische Bauten oft moderner Bebauung weichen müssten. Bis zum 11. Januar kann die Öffentlichkeit online über die zwölf bedauerlichsten Abrisse abstimmen. Olaf Heinrich, der Vorsitzende des Vereins, betonte, dass das bauliche Erbe ein zentraler Bestandteil der bayerischen Identität bleibe. Die Kampagne soll das Andenken an diese verlorenen Orte bewahren und das Bewusstsein für ihren kulturellen Wert schärfen.

Die Arbeit des Vereins spiegelt eine wachsende Sorge um die Verödung traditioneller bayerischer Kulturlandschaften wider. Durch die Einbindung der Bevölkerung will man die einst prägenden Bauwerke dokumentieren und würdigen. Die Abstimmung läuft noch bis zum Stichtag – die Ergebnisse werden voraussichtlich das weitverbreitete Bedauern über den Verlust dieser historischen Stätten zeigen.