Lazard-Chef warnt Europa vor wachsender Abhängigkeit von den USA unter Trump
Elias FrankeLazard-Chef warnt Europa vor wachsender Abhängigkeit von den USA unter Trump
Peter Orszag, Vorstandsvorsitzender der Investmentbank Lazard, hat Europa aufgefordert, seine Abhängigkeit von den USA zu verringern. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund von Sorgen über sich wandelnde Wirtschaftspolitiken und eine geschwächte Aufsicht während der Amtszeit des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Orszag unterstützte zudem den Vorschlag für ein neues Bündnis mittlerer Mächte unter Führung des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau.
Orszag wies auf die Risiken hin, die er als Trumps 'diskretionären Staatskapitalismus' bezeichnete. Während Trumps Präsidentschaft erwarb die US-Regierung direkt Anteile an privaten Unternehmen – ein für die amerikanische Politik ungewöhnlicher Schritt. Er argumentierte, dass solche Entscheidungen zunehmend von individuellen Ermessensspielräumen abhängen, statt auf klaren Regeln zu basieren.
Laut Orszag haben sich die traditionellen Kontrollmechanismen in den USA abgeschwächt. Zwar gebe es nach wie vor gewisse Aufsichtsstrukturen, doch betonte er, dass diese weniger wirksam seien als früher. Seine Aussagen deuten darauf hin, dass Europa über die transatlantische Partnerschaft hinaus nach Stabilität suchen sollte.
Darüber hinaus befürwortete Orszag Trudeaus Idee, ein Bündnis mittelgroßer globaler Mächte zu bilden. Zudem schlug er vor, dass die EU einen Beitritt zur asiatischen Freihandelszone prüfen solle. Solche Schritte, so seine Andeutung, könnten Europa helfen, seine wirtschaftliche und politische Zukunft zu sichern.
Orszags Warnungen verweisen auf einen wahrgenommenen Wandel in der US-Regierungsführung unter Trump. Sein Rat an Europa umfasst die Suche nach neuen Allianzen und Handelsmöglichkeiten in Asien. Die Äußerungen spiegeln breitere Sorgen über sich verändernde geopolitische Dynamiken und wirtschaftliche Abhängigkeiten wider.