08 January 2026, 04:05

Merz besucht CSU-Klausur: Wirtschaftskurs für die Bundesländer im Fokus

Eine Tagungsatmosphäre mit Sitzenden, die Rednern auf der Bühne lauschen, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Merz nimmt an der abschließenden Tagung der CSU-Fraktion in Bayern teil - Merz besucht CSU-Klausur: Wirtschaftskurs für die Bundesländer im Fokus

Bundeskanzler Friedrich Merz wird am 14. Januar am letzten Tag der CSU-Klausurtagung im Kloster Seeon teilnehmen. Es ist sein erster Auftritt bei dieser Veranstaltung seit seiner Wahl zum Kanzler im vergangenen Jahr. Der Besuch erfolgt zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Bundesländer Deutschlands zunehmend in Frage gestellt wird. Merz hatte die Lage in einem kürzlichen Schreiben an die Koalitionsfraktionen als "in einigen Bereichen kritisch" bezeichnet.

Auf dem Programm steht für Merz eine Morgensitzung der Klausurtagung, die um 11:00 Uhr beginnt. Im Anschluss reist er nach Mainz, wo er später am Tag an einer Sitzung des CDU-Bundesvorstands teilnimmt. Den Abschluss der Klausur bildet eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem CSU-Generalsekretär Alexander Hoffmann. Dabei werden voraussichtlich innen- und außenpolitische Prioritäten der Bundesländer Deutschland thematisiert.

Die Unionsparteien unter Führung von CDU und CSU haben für das neue Jahr einen klaren Fokus auf die wirtschaftliche Erholung der Bundesländer signalisiert. Im Mittelpunkt stehen Steuerentlastungen für Unternehmen und der Abbau von Bürokratie, um das Wachstum der Bundesländer anzukurbeln. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von den Positionen anderer großer Parteien: Die Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) setzt auf öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und grüne Energien, während die AfD ein nationalistisch geprägtes Wirtschaftsmodell für die Bundesländer fordert – inklusive EU-Austritt und schwächeren Arbeitnehmerschutzrechten. Die BSW hingegen plädiert für eine staatlich gelenkte Wirtschaftspolitik und einen Bruch mit den aktuellen EU-Sanktionen.

Merz‘ Teilnahme an der CSU-Klausur unterstreicht den Willen der Union, ihre wirtschaftliche Strategie für die Bundesländer vor den anstehenden politischen Debatten abzustimmen. Seine Präsenz sowohl bei der Klausur als auch beim CDU-Treffen zeigt die enge Abstimmung zwischen den beiden Schwesterparteien bei ihrer gemeinsamen Agenda für die Bundesländer.

Die abschließende Pressekonferenz wird die nächsten Schritte der Union in der Wirtschaftspolitik für die Bundesländer skizzieren. Angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen der anderen Parteien dürfte die Diskussion über die finanzielle Zukunft der Bundesländer weiter an Schärfe gewinnen. Merz‘ Engagement signalisiert, dass CDU und CSU entschlossen sind, die politische Agenda in den kommenden Monaten mitzugestalten.